{"id":5520,"date":"2025-08-22T10:26:00","date_gmt":"2025-08-22T08:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dikoweb.de\/?p=5520"},"modified":"2025-08-20T22:50:39","modified_gmt":"2025-08-20T20:50:39","slug":"dzyan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dikoweb.de\/?p=5520","title":{"rendered":"Dzyan"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Quintett Dzyan aus dem Raum Mannheim\/Frankfurt am Main war &#8222;<em>eines der dunkelsten Juwelen der Krautrock- Szene der fr\u00fchen 70er und mischte kreativ Elemente aus Rock, improvisiertem Jazz, Elektronik und Ethnomusik aus Asien zu etwas ganz Besonderem<\/em>&#8220; (ALLMUSIC).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bandname wurde aus dem &#8218;Buch des Dzyan&#8216; entnommen, einem fiktiven, angeblich sehr alten und geheimen indischen Sch\u00f6pfungsbuch. Die Band wurde Ende 1971 von dem Multi-Instrumentalisten und Komponisten Reinhard Karwatky in Gro\u00df-Gerau, nahe Frankfurt\/Main gegr\u00fcndet. Weitere Mitglieder waren Harry Kr\u00e4mer, Jochen Leuschner, Gerd Ehrmann und Ludwig Braum. In der Quintett-Besetzung begann die Gruppe Anfang 1972 zu proben und spielte nach nur zwei Monaten \u2013 ohne einen Auftritt \u2013 das selbstbetitelte Deb\u00fct ein, das auf dem kleinen deutschen Label ARONDA ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Dzyan - Dzyan (1972) FULL ALBUM { Prog Rock, Krautrock }\" width=\"629\" height=\"354\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/MynJ1DtxW54?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein &#8222;<em>faszinierendes Album, das heute noch frisch klingt<\/em>&#8220; (COSMIC EGG). Dzyan spielten eine &#8222;<em>leicht jazzige Form des Progressive Rock mit einem Hauch von Wolfgang Dauner, Teilen von Frank Zappas &#8218;Hot Rats&#8216; und einigen Saxophonelementen im Van Der Graaf Generator- Stil<\/em>&#8220; (KRAUTROCK MUSIKZIRKUS). Nach Abschluss der Aufnahmen und kurz vor der Ver\u00f6ffentlichung des Deb\u00fcts verlie\u00dfen Kr\u00e4mer (Gitarrenstudium) und Braum (Sinfonie-Orchester Koblenz) die Gruppe. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Monat sp\u00e4ter wurden Eddy Marron (g, voc, saz) (ex-Vita Nova) und Lothar Scharf (dr, ex-Volker Kriegel-Band) in die Besetzung aufgenommen, und die Band entwickelte sich in der zweiten H\u00e4lfte 1972 deutlich in Richtung Jazzrock. Nach dem Ausscheiden von Leuschner und Ehrmann im November 1972 und von Scharf (\u2020 2009) im Mai 1973 war Dzyan auf das Trio von Marron, Karwatky und <a href=\"http:\/\/www.peter-giger.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Peter Giger<\/a> (dr, perc) reduziert. Diese rein instrumentale Version von Dzyan ver\u00e4nderte ihren Sound vom ProgRock zum Jazz mit asiatischen Elementen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter im Jahr 1973 ging das Trio ins <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dieter_Dierks\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dierks Studio<\/a> und nahm das Album &#8218;Time Machine&#8216; auf, das von Peter Hauke produziert wurde und das im November 1973 auf dem Label BACILLUS erschien. Das Album bot &#8222;<em>erstaunliche Evidenz von ausgeflippten Fusion-Jazz-Titeln, gemischt mit seltsamen Experimenten und viel Mystik<\/em>&#8220; (PROGARCHIVES). &#8222;I<em>nteressanter Jazz-Rock, der zeitweise mit folkloristischen Elementen versetzt war und der bisweilen ganz sch\u00f6n in Richtung Mahavishnu Orchestra schielte<\/em>&#8220; (JAZZ PODIUM). Diese &#8222;<em>wirklich starke Jazzrockscheibe geh\u00f6rte mit zum Besten, was in diesem Bereich in Deutschland in den 70ern produziert worden war. Dem Ganzen hing zudem eine gewisse krautige Rohheit und Holprigkeit an, die der Musik eine sehr eigene, sympathische Note verleihen konnte<\/em>&#8220; (BABYBLAUE SEITEN).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang 1974 verlie\u00df Schlagzeuger Giger die Band f\u00fcr einige Monate, um als Session-Musiker f\u00fcr das Jazz-Label ECM zu arbeiten und um mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eberhard_Weber_(Musiker)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eberhard Weber<\/a> (ex-Wolfgang Dauner Group) auf Tour zu gehen. W\u00e4hrend seiner Abwesenheit half Mark Hellmann (dr) vom Dave Pike Set 79 aus. Als Giger zur Band zur\u00fcckkehrte, klang Dzyan wieder v\u00f6llig anders, da Marron und Karwatky mit einer Vielzahl von akustischen Instrumenten experimentiert und sich tiefer mit ethnischer und experimenteller Musik befasst hatten. Das n\u00e4chste Album des Trios, &#8218;Electric Silence&#8216; (1974), war erneut im Dierks Studio entstanden und vom ehemaligen Karlheinz Stockhausen-Techniker Toby Hrycek-Robinson produziert worden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Dzyan   Electric Silence1975   Full Album\" width=\"629\" height=\"472\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xFnuQibbMPY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die &#8222;<em>wohl beste deutsche Band im Jazzrock-Bereich<\/em>&#8220; (JAZZ PODIUM) ver\u00f6ffentlichte damit &#8222;<em>ihr Meisterwerk. Es verband mit Leidenschaft einen stilistischen Jazzrock mit wunderbaren fern\u00f6stlichen Elementen. Eine sehr angenehme Reise durch &#8218;Kraut&#8216; und &#8218;kosmische&#8216; Extravaganzen<\/em>&#8220; (PROGARCHIVES).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf jeden Fall war &#8218;Electric Silence&#8216; sicher &#8222;<em>mit das Eigenartigste, aber auch Beeindruckendste und Eigenst\u00e4ndigste, was im Grenzgebiet von Jazz und Rock in Deutschland produziert wurde<\/em>&#8220; (BABYBLAUE SEITEN).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende 1974, mit dem Weggang des letzten verbliebenen Ur-Mitglieds Reinhard Karwatky, brach auch diese letzte Dzyan-Besetzung auseinander. Damit war die Bandgeschichte beendet. &#8222;<em>\u00c4hnlich wie Embryo, Between, Agitation Free u.a. hatten Dzyan ihren eigenen Weg gefunden, Elemente der ethnischen Musik in die archetypischen Jazz- und Rockstile der 70er Jahre zu integrieren<\/em>&#8220; (COSMIC DREAMS). Marron und Giger gr\u00fcndeten mit dem Jazz-Bassisten Gunter Lenz (ex-Albert-Mangelsdorff-Quintet) das Trio Giger-Lenz-Marron, das &#8222;<em>ein wenig wie eine jazzige und weniger experimentelle Ausgabe von Dzyan klang<\/em>&#8220; (ALLMUSIC). Von diesem Trio gab es zwei Alben, &#8218;Beyond&#8216; (1976) und &#8218;Where The Hammer Hangs&#8216; (1978). Zwischenzeitlich \u2013 im Sommer und Herbst 1974 \u2013 war Marron auch Mitglied bei <a href=\"https:\/\/www.bear-family.com\/missus-beastly\/?srsltid=AfmBOoqTRhbHIsvxlfIaVq59aPBRZxHCnS5SMepCazE8m9j4INMOGN29\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Missus Beastly<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-dark-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-f8ef448881157e8bcfb71db52756cba7 wp-block-paragraph\">Textquelle: <a href=\"https:\/\/www.bear-family.de\/listing\/manufacturer\/sSupplier\/215979\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Burghard Rausch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Quintett Dzyan aus dem Raum Mannheim\/Frankfurt am Main war &#8222;eines der dunkelsten Juwelen der Krautrock- Szene der fr\u00fchen 70er und mischte kreativ Elemente aus Rock, improvisiertem Jazz, Elektronik und Ethnomusik aus Asien zu etwas ganz Besonderem&#8220; (ALLMUSIC). 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