Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

Kategorie: Musik Seite 25 von 31

Meine Alben 2022

Meine Lieblingsalben aus 2022 auszuwählen war nicht leicht. Am Ende ist das hier herausgekommen (Reihenfolge ist keine Wertung!):

Rock / Pop

  • Death Cab For Cutie – Asphalt Meadows
  • Umphrey’s McGee – Asking For A Friend
  • Fickle Friends – Are We Gonna Be Alright
  • Alvvays – Blue Rev
  • Eddie Vedder – Earthling
  • The Wombats – Fix Yourself, Not The World
  • The Belligerents – Another Way Of Living
  • Pale – The Night, The Dawn and What Remains
  • Guster – Going Up On The Sun (Reissue – Expanded Editon)
  • Planet – Information Overload
  • Thees Uhlmann & Band – 100 000 Songs – Live in Hamburg
  • Ezra Furman – All Of Us Flames

 

Blues

  • Eliza Neals – Badder To The Bone
  • Lauren Glick – Lush
  • Armin Sabol – Ready To Roll (Live at Gitarrenfestival Schorndorf)
  • Richard Bargel – Dead Slow Stampede
  • Bad Temper Joe – Glitter & Blues

 

Jazz

  • Friedrich Liechtenstein – Good Gastein
  • Helge Lien Trio – Revisited
  • Kjetil Mulelid Trio – Who Do You Love The Most
  • Glass Museum – Reflet
  • Julian & Roman Wasserfuhr – Mosaic

Die Überraschungs-CD des Jahres 2022

Sie kommt für mich vom mittlerweile 83jährigen Pianisten und Keyboarder Bob James.

„2080“ ist eine ungewöhnliche Zusammenarbeit zwischen Sam Franz, einem etwa 20-jährigen Produzenten und DJ, und Bob James, der als Crossover-Jazz-Keyboarder, Komponist, Produzent und Arrangeur bekannt ist und seit den 70er Jahren großes Ansehen in der Jazzszene genießt.

James‘ Interesse an Electronica reicht weit zurück, denn er war einer der Begründer des elektroakustischen Jazz in der Mitte der 60er Jahre. Und auch der elektronische Jazz ist ihm nicht fremd, er hat ihn bereits in den frühen 80er Jahren erforscht. Insofern ist „2080“ gewissermaßen eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Vor ein paar Jahren hat James Hip-Hop-Elemente in „Submarine“ eingebaut, eine Neufassung seines Funk-Jazz-Klassikers „Nautilus„.

Wie bei „Submarine“ bleibt der Musikveteran auch bei „2080“ an den Tasten. Man merkt, dass es sich um einen versierten Pianisten/Keyboarder handelt, der seine Parts über Franz‘ programmiertes Material legt, wie z.B. die Piano-Wendung auf dem eingängigen „See Ya“ und das charakteristische Rhodes Piano auf „Atsuko’s Arcade„.

James und Franz vermeiden es, bei jedem Stück die gleiche Formel zu verwenden. In „Starless Vault of Heaven“ und „Brew This Again and Again“ wagen sich die beiden in avantgardistische Gefilde vor.

„2080“ ist eine sehr interessante und hörenswerte Mischung geworden.

R.I.P – Kim Simmonds

Kim Simmonds war und ist ein wichtiger Teil der britischen Bluesszene Mitte der 60er Jahre und trug maßgeblich zum britischen Bluesboom bei, der Amerika überrollte und die Karrieren vieler amerikanischer Blueskünstler wiederbelebte, die zuvor weitgehend übersehen worden waren.

Der 1947 in Newbridge, Caerphilly, Wales, geborene Kim Simmonds wurde Gründungsmitglied, Gitarrist und Songschreiber der Band Savoy Brown. Unter dem Namen The Savoy Brown Blues Band begannen sie ihre Karriere mit Auftritten im Nags Head in London.

In dieser frühen Phase spielten sie an der Seite von Cream im Klook Kleeks und traten auch ein paar Mal mit der Blueslegende John Lee Hooker auf, als dieser durch Großbritannien und Europa tourte. Nachdem sie bei Decca unterschrieben hatten, dauerte es bis 1969, bis Savoy Brown von einem breiteren Publikum wahrgenommen wurde. Nach personellen Veränderungen wurde der Rhythmusgitarrist Lonesome Dave Peverett neben dem Sänger Chris Youlden, der ein Monokel trug und einen Bowlerhut mit sich führte, in die Band aufgenommen.

Im selben Jahr veröffentlichte die Band zwei bahnbrechende Alben, „Blue Matter“ und „A Step Further“. Nach einer Tournee durch Amerika, bei der sie von Rod Stewart & The Faces unterstützt wurden, erschien die erste große Single, „I’m Tired“. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wechselte die Band einige Male das Personal, blieb aber immer ihren Blues-Wurzeln treu.

Er starb am 13. Dezember 2022 im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Darmkrebserkankung.

Quellen:
Blues Matters
Wikipedia

DiKo’s Playlist der Woche

Guster – Dear Valentine | Ganging Up on the Sun (Deluxe Edition 2021)

Alvvays – After The Earthquake | Blue Rev (2022)

Pale – Wherever You Will Go | The Night, The Dawn and What Remains (2022)

Ray Davies & Billy Corgan – All Day And All Of The Night / Destroyer | See My Friends (2010)

Van Wolfen – Ich hab‘ Roy Black geseh’n | Wolfsmusik (2014)

Aynsley Lister – Everything I Need | Everything I Need (2006)

Helge Lien Trio – Grandfather’s Waltz | To The Little Radio (2006)

Jazzstudie 2022

Am 1. Dezember wurde die Jazzstudie 2022 im Rahmen einer digitalen Veranstaltung im Gespräch mit Politik und Presse vorgestellt. Die Studie gibt einen tiefen Einblick in die Arbeits- und Lebensrealitäten in der deutschen Jazzszene, die von einer überwiegend prekären Einkommenssituation und den existenzbedrohenden Auswirkungen der Coronapandemie stark gezeichnet ist.

Als deutlich erweiterte Anschlussstudie an die Jazzstudie 2016 zeichnet die Jazzstudie 2022 ein differenziertes Bild der aktuellen Lage. Einige leicht positive Entwicklungen gibt es etwa hinsichtlich der Einkommenssituation im unteren Bereich oder einer Zunahme des Anteils von Frauen unter den Befragten zu verzeichnen. Die seit 2016 erwirkten Verbesserungen bei spezifischen Förderinstrumenten zeigen Wirkung, und die staatlichen Coronahilfen konnten viele Jazzmusiker*innen vor dem wirtschaftlichen Aus bewahren.

Insgesamt hat sich die Einkommenssituation jedoch – in Relation zur Gesamtbevölkerung – weiter verschlechtert, und der Abstand zum Bundesdurchschnittseinkommen ist größer geworden. Die Einschränkungen während der Coronapandemie haben für einen drastischen Einbruch der Konzerttätigkeit gesorgt. Fehlende Betätigungsmöglichkeiten resultieren in Unzufriedenheit und verursachen mentale Belastungen, die sich negativ auf das persönliche Wohlbefinden auswirken. Viele Befragte haben Angst vor Altersarmut – und das nicht ohne Grund, denn der Durchschnitt der erwarteten monatlichen Bezüge im Rentenalter der überwiegend akademisch ausgebildeten Jazzmusiker*innen liegt unter der Hälfte des Bundesdurchschnitts.

Download der Jazzstudie 2022

Platte des Monats November: Alvvays „Blue Rev“

Alvvays ist eine kanadische Indie-Pop-Band, die aus Charlottetown, Prince Edward Island, stammt und derzeit in Toronto, Ontario, lebt. Der Bandname (ausgesprochen „Always“) wurde in diese Schreibweise geändert, nachdem sie die Existenz einer anderen Band (und einer Firma für Menstruationstampons) namens Always entdeckt hatten.

Die Gruppe besteht derzeit aus Sängerin Molly Rankin, Gitarrist Alec O’Hanley, Keyboarderin Kerri MacLellan (Rankins Freundin seit dem Kindergarten), Abbey Blackwell (Bass) und Sheridan Riley (Schlagzeug).

„Blue Rev“ ist ihr drittes Album und enthält 14 Songs mit traumhaften Melodien, die mich vom ersten Titel „Pharmacist“ an in ihren Bann gezogen haben.

In seiner Rezension für AllMusic erklärte Tim Sendra, dass „die Songs einprägsam sind und Spaß machen, die Darbietungen inspiriert sind und die Produktion abwechslungsreich und immer interessant ist„, und dass „das Ergebnis ein himmlischer Indie-Pop-Hit ist, der garantiert dafür sorgt, dass sich ihre bereits vernarrten Fans noch mehr in die Band verlieben. “ Will Richards vom NME kam zu dem Schluss, dass das Album „eine Ode daran ist, sich trotz Hindernissen weiterzuentwickeln, sein Handwerk langsam zu verfeinern und in Bewegung zu bleiben„[NME] Ben Salmon von Paste schrieb: „Das sind alles erstklassige Melodien, und sie dienen als Beweis dafür, dass Rankin und O’Hanley zu den besten Popsongschreibern gehören, die heute arbeiten.

Wer guten und anspruchsvollen Pop mag, der sollte unbedingt mal in das Album reinhören (Cover anklicken).

R.I.P. – Wilko Johnson

Wilko Johnson

Am 21. November 2022 starb der ehemalige Sänger und Gitarrist der Gruppe Dr. Feelgood, mit denen er zwischen 1975 und 1977 vier erfolgreiche Platten veröffentlichte (Down by the Jetty, Malpractice, Stupidity und Sneakin ‚Suspicion).

1977 war Johnson Gründungsmitglied von Solid Senders.

In den 80ern war Johnson Mitglied von Ian Dury & The Blockheads. Außerdem gründete er seine eigene Gruppe, die Wilko Johnson Band. Als Schauspieler wirkte der Brite in vier Folgen der Erfolgsserie „Game Of Thrones“ in der Rolle des Scharfrichters Ser Ilyn Payne mit.

2014 erreichte er zusammen mit Roger Daltrey (The Who) den 3. Platz der UK Album Charts mit dem Album „Going Back Home“.

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