Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

Schlagwort: Rechtsextremismus Seite 1 von 2

Dobrindt geht’s noch?

Wie Bundesinnenminister Dobrindt heute (am internationalen Holocaust-Gedenktag!) erklärte, will er den Linksextremismus stärker ins Visier nehmen – dafür werde man nun „alle Register“ ziehen. Aha, das Problem sind nicht die seit Jahren erstarkten faschistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft, sondern eine kleine „linke“ Gruppierung.

Ich will den Anschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in Berlin und den damit verbundenen Folgen für mehr als 100.000 Menschen in keinster Weise gut heißen. Es ist aber schon erstaunlich, zu welchen (finanziellen) Mitteln Dobrindt plötzlich fähig ist.

Wer dem Bundeskriminalamt (BKA) entscheidende Informationen zur Aufklärung des Brandanschlags auf die Berliner Stromversorgung Anfang Januar liefert, kann mit einer Belohnung von bis zu einer Million Euro rechnen. Diese hohe Summe solle „die Bevölkerung zur Mitwirkung animieren“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Berlin. „Ich finde es angemessen, dass man mit einer Belohnung in dieser Größenordnung deutlich macht, wie ernsthaft die Lage ist“, fügte der Politiker der konservativen CSU hinzu. [Quelle]

Hat man dieses schon mal in Bezug auf rechtsextremistische Attentäter erlebt? Anscheinend ist die rechtsextremistische Lage im Land nicht ernsthaft genug.

Ich würde mir wünschen, Dobrindt würde seine Energie in den Kampf gegen Fremden­feind­lich­keit, Intoleranz, Rassismus und Anti­semitismus legen, denn sie sind es, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land bedrohen. Die dieser faschistischen Ideologie zugrundeliegende Menschenverachtung drückt sich dabei nicht allein in Worten, sondern auch in Gewalttaten aus – bis hin zur Tötung von Menschen. Darauf sollte der Bundesinnenminister seine Mittel konzentrieren.

Übrigens:

Für Hinweise zum Attentäter Anis Amri, der den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz 2016 verübt hatte, bei dem 13 Menschen starben, wurden „nur“ 100.000 Euro ausgesetzt.

Kein Ausschussvorsitz für Rechtsextremisten!

Zitierte Quelle: aktion.campact.de

Die CDU will der AfD wichtige Leitungspositionen im Bundestag überlassen. Wenn die rechtsextreme Partei den Vorsitz von Ausschüssen bekommt, könnte sie wesentliche Abläufe im Parlament sabotieren und die Demokratie so von innen aushöhlen.

Die AfD-Abgeordneten könnten diese wichtigen Posten ausnutzen, um die Arbeit der Ausschüsse zu behindern, zu blockieren oder sogar gezielt zu sabotieren. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen deutlich, wie die AfD parlamentarische Machtpositionen gezielt nutzt, um unsere Demokratie zu sabotieren:

Die AfD wird in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. Ihre politischen Ziele stehen den Grundwerten der Demokratie entgegen. Viele AfD-Vertreter*innen verbreiten Verschwörungsmythen und behindern parlamentarische Abläufe, um so das Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben. 

Mach jetzt mit: Keine Macht für die AfD im Bundestag!

Das Leben will lebendig sein

Ein Lied von Konstantin Wecker, das 2018 auf dem Album „Sage Nein – Antifaschistische Lieder 1978 bis heute“ erschienen ist und – leider – nichts an seiner Aussage verloren hat:

Was ist passiert? Wie kann das sein?
Was grölen die für Lieder?
Was kocht da derart unverblümt
die braune Brühe wieder?

Wie hasserfüllt muss jemand sein
von wie viel Angst besetzt
dass er sein Heil in etwas sucht
das mordet und verletzt

Sieg Heil? Was war das für ein Sieg?
Und wessen Heil war das?
Wer wird schon heil in einer Welt
voll Angst, Gewalt und Hass?

[Auszug aus dem Liedtext]

AfD – noch mehr Faschos im Bundestag

Der thürringische Faschist Höcke darf sich freuen: seine vertrauten Rechtsextremisten Stefan Möller, Torben Braga und Robert Teske aus Thüringen haben den Einzug in den Bundestag (BT) geschafft. Damit verlagern sich die Rechtsaußen-Netzwerke aus Thüringen weiter in die Bundespolitik.

Sie reihen sich ein in die muntere extremistische Runde, zu der u.a. Maximilian Krah (Spitzname „Schampus-Max“) gehört, der noch im vergangenen Mai behauptet hatte, in der Waffen-SS seien nicht nur Verbrecher gewesen. Zunächst öffentlichkeitswirksam in „Ungnade“ gefallen, hat die jetzige AfD-Fraktion ihn wieder freudig aufgenommen.

Zu den Rechtsextremisten gehört auch Matthias Helferich, er sich 2021 als „das freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ bezeichnete, angeblich sei es ironisch gemeint, wie er später behauptete. 2021 wollte man ihn nicht in die Fraktion aufnehmen und er gehörte dem BT als fraktionsloser Abgeordneter an, doch mittlerweile ist auch er wieder willkommen. Sein Motto: „Die Parole muss lauten: „Millionenfache Remigration statt Talahon“.

Der Begriff "Talahon" wird vermehrt auch von Rechten verwendet, um ganze Personengruppen herabzuwürdigen - in erster Linie junge Männer arabischer Abstammung.

Zwar hat die AfD den geringsten Frauenanteil aller BT-Fraktionen, aber die wenigen haben es in sich. Neben der unsäglichen Beatrix von Storch sowie die Bundestagshetzerin Alice Weidel (für die der Autokrat Victor Orban ein „großes Vorbild“ ist) und die in einer Mail von 2013 die Bundesregierung als „Schweine“ und „Marionetten der Siegermächte“ beschimpft, hat es nun auch die rechtsextreme Birgit Bessin aus dem Wahlkreis 065, Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz in die rechte Riege geschafft. Bessin, die sich nicht davor scheut, mit rechtsextremen und neonazistischen Organisationen zu kuscheln, war Stellvertreterin und enge Vertraute des aus der Partei ausgeschlossenen Neonazis Andreas Kalbitz.

Bessin widmet sich dem Schutz der Kleinfamilie als „Keimzelle der Gesellschaft“. Gewalt gegen Frauen thematisiert sie vor allem in rassistischer Manier als angeblich „importierte Gewalt“ von migrantischen Männern.

Bei einer Rede auf dem AfD-Landesparteitag in Jüterbog 2023 sprach Bessin davon, dass Deutschland „den Kurs der Unterwerfung unter Interessen raumfremder Mächte beenden und sich seiner nationalen Identität wieder bewusstwerden“ müsse. Die Formulierung „raumfremde Mächte“ stammt von Carl Schmitt, dessen Ideen seit dem Nationalsozialismus die extreme Rechte in Deutschland prägen. Auch Aussagen Bessins, dass sich Deutschland bald in einer „Schuldknechtschaft“ befände, greifen altbekannte rechtsextreme Motive einer angeblichen Fremdherrschaft über Deutschland auf.

Quelle: Aktionsbündnis Brandenburg

Sie alle werden wie gewohnt dazu beitragen, dass Bundestagsdebatten mit lautstarken, beleidigenden und rassistischen Pöbeleien gestört werden und die AfD weiterhin größter Störenfried im Parlament sein wird, um ihre antidemokratische Politik zu propagieren.

Hoffentlich wird die jetzige BT-Präsidentin genau so souverän mit der AfD umgehen, wie es Bärbel Bas (SPD) getan hat – siehe Video auf Youtube oder als mp3-Datei anhören:

Rechtsextreme auf dem Vormarsch

Deutschland auf dem Weg nach rechts. Das Ergebnis der Bundestagswahl 2025 zeigt, wie sich rechtsextremes Gedankengut immer weiter einschleicht und scheinbar normal wird – wie weit wollen wir noch gehen?

Quelle: bundeswahlleiterin.de

Die AfD treibt die C-Parteien feixend vor sich her und (fast) alle stimmten mit ein in den rassistischen Chor. Plötzlich sind Parolen, die an die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte erinnern, nicht mehr Randerscheinungen, sie bestimmen die politische Diskussion in diesem Land.

Leute, es wird höchste Zeit, damit aufzuhören, Rechtsextremismus zu verharmlosen, so zu tun, als es sei er Bestandteil einer demokratischen Debatte. Nein – AfD und Konsorten sind eine Gefahr für die Demokratie und eine offene Gesellschaft! Rechtsextreme und faschistische Positionen haben nichts in einer Demokratie verloren!

Keine Kohle für die AFD!

Einen Teilerfolg haben die Demokratiefeinde vor dem Bundesverfassungsgericht erreicht – auch dank der „Blockadehaltung und Schnarchnasigkeit“ (TAZ) der restlichen Bundestagsparteien. Jetzt lautet der Auftrag an den Bundestag: ein Gesetz muss her, welches verhindert, das menschenfeindliche und rassistische Hetze auch noch durch staatliche Gelder gefördert wird!

„Der Staat darf keine Millionen ausgeben für die Kaderschmiede einer rechtsradikalen Partei wie der AfD. Keine Millionen für eine Partei, die sich mit dem Geld an deutschen Universitäten lauter kleine Björn Höckes heranziehen will. Beim Geld für eine AfD-Stiftung geht es nicht um Gleichheit im politischen Wettbewerb, sondern um die wehrhafte Demokratie, die dieses Geld verweigern muss.“

(aus dem Kommentar von Max Bauer, ARD-Rechtsredaktion)

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