Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

Kategorie: TV und Film

Vor 40 Jahren: Zappa als Drogendealer

In der Episode Payback der TV-Serie Miami Vice spielt Zappa einen Drogendealer namens Mario Fuente. Das macht er durchaus überzeugend, mit coolem Tonfall und in einem knallblauen Anzug, wie er der Show und dem Jahrzehnt angemessen ist. Am 14. März 1986 wurde die Episode zum ersten Mal ausgestrahlt. Zappa erklärte sich nur bereit, die Rolle zu spielen, weil sein Sohn Dweezil ein Fan der Serie war. Zappa selbst soll die Sendung gehasst haben.

Auch wenn einige konservativere Fans zusammenzuckten, als er in der Krimiserie Miami Vice auftrat, sahen andere darin eine urkomische und passende Abwechslung in seiner Karriere, die von Absurdität und Überraschung geprägt war.

Die Casting-Direktorin der Serie ist diese nette Dame namens Bonnie Timmermann“, erinnerte sich der Musiker vor den Dreharbeiten. „Die Geschichte besagt, dass sie morgens aufwachte, an mich dachte und fand, ich sollte diesen Bösewicht in der Serie spielen. Sie rief bei mir zu Hause an, und ich lehnte zunächst ab, weil ich nicht nur ein weiterer Rock ‚n‘ Roll-Typ sein wollte, der in Miami Vice ermordet wird. Ich sagte, wenn sie die Figur ein wenig ändern würden, würde ich es machen. Also willigten sie ein.

Zappa unterschrieb für die Rolle des Mario Fuente, eines großen Drogendealers, der mit „Weasel Dust“ handelt. In der Folge wird die Figur in eine chaotische Kriminalgeschichte verwickelt, in der sein ehemaliger Angestellter Maroto (der zu Beginn der Folge Selbstmord begeht), „Sonny“ Crockett (Johnson) und eine beträchtliche Summe verschwundenes Bargeld eine Rolle spielen.

„Ich bin ein echter Stinker“, sagte Zappa in einem Interview über die Figur Fuentes. „Aber ich glaube, ich kann das, weil ich genug Republikaner beobachtet habe, um das Gefühl von Bösartigkeit und Finsternis zu vermitteln – Sie wissen ja, wie die sind.

Zum Glück führte der Gastauftritt in Miami Vice nicht zu einer Fernsehkarriere – weder hatte Zappa dafür Lust, noch Zeit.

Quelle: ultimateclassicrock.com

Gesehen: Arctic (2018)

Ohne Vorgeschichte oder Hintergrundinformationen erzählt Drehbuchautor und Regisseur Joe Penna eine Geschichte vom Überleben in einer lebensfeindlichen arktischen Umgebung.

Nur wenige gesprochene Worte sind in dem knapp 93 minütigen Film zu vernehmen, dafür „sprechen“ die Bilder in einzigartiger Weise für sich im Kampf Mensch gegen Natur, wobei das Drehbuch den Figuren immer neue Herausforderungen auferlegt.

Inhalt (nach arte.tv):

Nach dem Absturz seines Flugzeugs in der Arktis überlebt Pilot Overgård [überragend gespielt von Mads Mikkelsen] nun seit einigen Wochen. Indem er im Wrack übernachtet und die sonstige Zeit zwischen Fischen und Wanderungen im tiefen Schnee auf der Suche nach einem Funksignal verbringt, schafft er es jedes Mal zum nächsten Morgen. Auf einer seiner täglichen Expeditionen wird das Licht seines Notsignalsenders plötzlich grün: Ein fremder Hubschrauber nähert sich Overgårds Position und sieht seine letzte daraufhin geopferte Leuchtrakete. Die verzweifelt erhoffte Rettung scheitert jedoch im Wirbel des Schneesturms: Der Hubschrauber stürzt ab.

Die einzige Überlebende, die Overgård aus dem Wrack zieht, ist eine thailändische Pilotin; ihr Zustand scheint hoffnungslos. Nichtsdestotrotz gibt ihr Auftauchen dem gestrandeten Piloten einen Hauch Lebensmut zurück, auch dank der Essensreserven aus dem Hubschrauber und einer Karte, auf der die Koordinaten einer Forschungsstation verzeichnet sind. Hoffnung auf Rettung keimt auf. Overgård macht sich auf den Weg, die verwundete Fremde auf einem Schlitten hinter sich herziehend. Ob sie es schaffen werden, die lange Strecke bis zur Station in der menschenfeindlichen Umgebung zu überstehen?

„Arctic“ erzählt nüchtern und damit umso spannender eine epische Überlebensgeschichte. Die Musikanteile sind minimal und die Totalen von der weißen arktischen Landschaft spektakulär. Der Erzählfaden ist der Mut eines einsamen Mannes; das Wrack seines grau-roten Flugzeugs ist der einzige visuelle Anhaltspunkt in der monotonen Landschaft. Es herrschen Kälte, Wind und Stille, selten gestört vom Klingeln einer Uhr, dank der Overgård seinen Tag unter den für sein Überleben notwendigen Aufgaben aufteilt. Die Winzigkeit des Menschen im Kontrast zur weiten, weißen Natur prägt den Film von seinem dramatischen Anfang bis an sein Ende.

Auf arte.tv noch bis 14. Februar 2026 verfügbar.

Tipp: Serie „Le Chalet“

Eine spannende sechsteilige Kurzserie von 2017, die zunächst bei Netflix zu sehen war, jetzt aber noch in der ARD Mediathek verfügbar ist.

Die Serie handelt von einem Wiedersehen alter Freunde in einem einsamen Chalet in den französischen Bergen. Dort werden sie von der Vergangenheit eingeholt. Damals verschwand eine ganze Familie. Nun verschwinden nach und nach einige der Freunde. Was und wer am Ende dahinter steckt? Lasst Euch überraschen…

TV Empfehlung

Am vergangenen Dienstag (9. Mai 2023) lief die „frontal“-Dokumentation „Erdogans Terrorliste – Wie die türkische Regierung weltweit Kritiker jagt“. Eine eindrucksvolle Reportage, die in der ZDF Mediathek noch verfügbar ist und die man sich unbedingt anschauen sollte. Dafür begaben sich

Can Dündar, der für seine Enthüllungen in der Türkei zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde und ins deutsche Exil fliehen musste, sowie Grimme-Preisträger Hauke Wendler auf eine investigative Reise: Von Berlin über Frankfurt und Düsseldorf bis nach Stockholm, Paris und weiter nach Buenos Aires. […]

Die „frontal“-Dokumentation folgt Can Dündars jahrelangen Recherchen, die zu einem außergewöhnlichen Interview in einem Gefängnis in Argentinien führen: Dort trifft Can Dündar auf den Mann, der ihn nach eigenen Aussagen 2016 erschießen sollte.

Der Film beleuchtet auch, wie Erdogan internationale Krisen und Kriege nutzt, um nach 20 Jahren weiter an der Macht zu bleiben. Wer die Politik des türkischen Präsidenten kritisiert und seinem Machtanspruch im Wege steht, der landet auf der Terrorliste. Auf die Gesuchten ist eine Belohnung für Hinweise zur Ergreifung ausgesetzt. Auf dieser Liste steht auch der Journalist Cevheri Güven, der wie Can Dündar ins deutsche Exil fliehen musste. Sein angebliches Vergehen: kritische Berichte über Erdogans Kurdenpolitik und über die vielen zivilen Opfer des Konflikts. Die türkische Boulevardpresse veröffentlichte Fotos von Güven, samt deutscher Wohnadresse – seitdem lebt die Familie auch in Deutschland in Angst. Der Autor Ahmet Dönmez, der vor den Augen seiner sechsjährigen Tochter fast totgeschlagen wurde, hatte wenige Tage vorher diese Warnung erhalten: „Denk nicht, dass wir Dir nicht in 24 Stunden den Kopf abschlagen lassen können, nur weil Du in Schweden bist!“

Für den Film „Erdogans Terrorliste – Wie die türkische Regierung weltweit Kritiker jagt“, mussten sich die Autoren mit gepanzerten Wagen und Personenschützern des LKA Berlin fortbewegen, da Can Dündar nach wie vor bedroht wird.

https://www.presseportal.de/pm/7840/5502218

Lexikon der Superhelden-Filme

Das Lexikon der Superhelden Filme von Peter Hofmann ist in neuer Auflage erschienen. Es handelt sich um ein Genre, dass sich insbesondere durch Superman stark entwickelt hat. War es früher „ein Nischenprodukt für Comic-Fans und das Kind im Manne, ist heute die ganze Familie die Zielgruppe„.

In diesem Lexikon werden von Hoffmann alle Superhelden-Filme seit 1978 besprochen, werden Cast & Crew benannt und die Zusammenhänge der unterschiedlichen Universen aufgezeigt. Dabei wird so manche/r auf Filme und Superhelden treffen, die bisher noch unbekannt waren, von Aeon Flux bis Zebraman.

„Ich habe mich ganz bewusst für die Auswahl entschieden, die Sie in diesem Buch vorfinden. Oft war es schwierig, eine Grenze zu ziehen und ich habe mich daher an anderen Quellen orientiert. Das Buch erscheint jährlich neu, es ist das einzige deutschsprachige Superhelden Filmlexikon.“ (Peter Hofmann im Vorwort)

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