nein, kein Scherzspruch! So heißt ein Bluesfestival, das vom 21. – 23.08.26 bereits zum 31. Mal im Schloßpark Laubach stattfand.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich jetzt das erste Mal dabei war. Und es war großartig! Tolles Ambiente, super Organisation und wundervolle Blueskünstler*innen – mit einigen (unerwarteten) Höhepunkten. Dazu zählten für mich:
Highlight am Samstag war für mich die Band Evil MaMa aus Krumbach mit der umwerfenden Sängerin Alexandra Jörg, dem Supergitarristen „Konsti“ Konstantin Saloustros, Drummer Seren und Bassist Christoph. Unglaublich was der Konsti aus seinen 5 Gitarren alles herausgezaubert hat, dabei ist er gerade 17 Jahre (Jahrgang 2009) und bereits 2-facher Landes- und Bundespreisträger bei Jugend Musiziert.
Ein Blues-Festival, das absolut zu empfehlen ist – nicht nur wegen der super Eintrittspreise.
Hier gibt es einige akustische Impressionen vom Festival:
Muddy What?
Dede Priest & Johnny Clark’s Outlaws
Elise Frank Band
Jim Kahr & Band
Leider kein Video vom Laubach Festival, dafür aber eines aus Augsburg vom Mai 2026, weniger Konsti, mehr Alexandra Jörg:
Evil Mama – I‘d rather go blind – Live at Bombig, Augsburg
Ally Veanable was back! Dank Thomas Ruf und seinen Kolleg*innen war es mal wieder ein großartiges Konzert im Gemeindesaal von Lindewerra – mit einer Einschränkung:
Leute, die meinen, sich zum Quatschen in einem Konzert zu treffen, sind absolut fehl am Platze. Trefft Euch in einer Kneipe oder geht zum Psychiater, wenn Ihr reden wollt! Aber lasst uns bitte die Künstler*innen genießen – ohne Euer lautes Gelaber im Hintergrund!
Drummer Isaac Pulido ist schon länger in der Band und spielt unaufdringlich und schnörkellos seinen Part. Elijah Bedford ist der Neue in der Band und bringt mit seinem Bass eine neue, teilweise funkig-soulige Variante in die Stücke mit ein. Ally war wie immer gut drauf und brachte mit ihrem Gitarrenspiel und ihrer Zugewandtheit die Zuhörenden in top (Blues)Stimmung.
Der folgende Konzertausschnitt stammt von Jochen Pursche’s Rock’n’Rail Channel:
„Steam Roller Blues“ ist eine Coverversion des Titels von James Taylor, erschienen auf seinem Album „Sweet Baby James“ von 1970. Es sollte eine Persiflage auf die unechten Bluesbands jener Zeit sein und wurde von einer Vielzahl anderer Künstler*innen (u.a. Elvis Presley, Eric Burdon, Tower of Power) aufgenommen.
Obwohl der Sänger, Songschreiber und Gitarrist Dave Mason kein Bluesmusiker im herkömmlichen Sinne war, hat sich die Musik durch sein Berufsleben gezogen. Als Mitglied von Traffic war das Genre ein Aspekt ihres vielfältigen Folk/Rock/Psychedelic-Stils. Seine Kompositionen wie „Only You Know and I Know“ (bekannt geworden durch Delaney & Bonnie) und „Feelin‘ Alright“ sind von diesen Wurzeln beeinflusst. Und jeder, der wie Mason mit Hendrix und den Stones gearbeitet hat, hat den Blues in seiner DNA.
Das Konzept einer bluesbasierten Sammlung von Mason ist also gar nicht so abwegig. Und obwohl einige dieser Tracks schon eine Weile im Umlauf sind, in einem Fall mehr als ein Jahrzehnt, die meisten mit verschiedenen Musikern, macht es Sinn, sie für diese konzeptionelle Scheibe zu sammeln und neu zu mischen.
Es schadet nie Joe Bonamassa dabei zu haben, um auch Jüngeren die Ohren zu öffnen, welche die umfangreiche Karriere des 79-jährigen Mason noch nicht kennen. Joe Bonamassa assistiert bei drei Tracks (zwei davon sind Coverversionen von Traffic-Standards) und unterstreicht damit sein Engagement, einem Künstler wie Mason zu helfen, ein größeres Publikum mit seinem 21. Album zu erreichen.
Der erste Song „Use It or Lose It“, der vor 12 Jahren aufgenommen wurde, eröffnet das Album mit einem akustischen Beginn, bevor Mason und Bonamassa in den mitsingbaren Refrain übergehen. „Das fühlt sich jetzt ziemlich gut an!“ ruft Mason aus, begleitet von einem Lachen, das sicherlich nicht geprobt wurde. Sie haben eindeutig Spaß.
Bonamassa kehrt zurück, um bei einem überarbeiteten „Dear Mr. Fantasy“ den britischen Klassiker zu unterstützen, an dem Mason ursprünglich beteiligt war. Eine überraschende Interpretation von „The Low Spark of High Heeled Boys“ (Mason hat die Traffic-Aufnahme von 1971 weder geschrieben, noch hat er mitgespielt oder gesungen) verlangsamt das Tempo, um dann zum jazzigeren Ansatz des Originals überzugehen. Die meisten werden es nicht wiedererkennen, bis Mason anfängt zu singen.
Robert Johnsons „Come On in My Kitchen“, Elmore James‘ „Dust My Blues“ und der traditionelle „Cocaine Blues“ zeigen Masons Hingabe an diese Klassiker. Obwohl niemand Albert King’s „Born Under a Bad Sign“ übertreffen wird, ist diese Interpretation mehr als gelungen und unterstreicht Masons raue Stimme. Er ist auch für das Klavier und die Bläser verantwortlich.
Auf „Fool in Love“ gibt es etwas vom Reggae beeinflussten Pop und einen Abstecher in das Instrumental „El Toro“ mit dem Saxofonisten Warren Hill, der noch mehr Würze in das Stück bringt. Der 2021 verstorbene Keyboarder Mike Finnigan (der wie Mason auch mit Hendrix spielte) ist auf dem abschließenden Pop/Blues/Gospel-Stück „Good 2 U“ zu hören. Es ist eine Hommage an diesen wenig bekannten Begleitmusiker.
Der Titel des Albums deutet an, dass es sich hier nicht um ein reines Blues-Set handelt, aber wie Steve Miller lässt auch Dave Mason diesen Sound in vieles einfließen, was er spielt. Letztlich zeugt diese bluesige Zusammenstellung von Songs eine andere, weniger bekannte Seite dieses altgedienten Musikers.
Bild: Jim Summaria, www.jimsummariaphoto.com (CC BY-SA 3.0)
Am 26. Mai 2025 starb der oft unterschätzte Gitarrist, Songwriter und Produzent Rick Derringer im Alter von 77 Jahren.
Bereits mit 17 Jahren landete Derringer seinen ersten Hit: Als Sänger und Gitarrist der Band The McCoys stieg er 1965 mit Hang On Sloopy in die Charts ein – ein Song, der bis heute als Klassiker der Garage-Rock-Ära gilt. In den 70ern folgte mit Rock and Roll, Hoochie Koo sein wohl bekanntester Solo-Hit.
Ein besonders prägendes Kapitel war seine langjährige Zusammenarbeit mit Bluesrock-Ikone Johnny Winter: Von den frühen 1970er-Jahren bis in die 2000er hinein war Derringer als Gitarrist fester Bestandteil der Johnny Winter Band.
In den 1980er-Jahren wurde Derringer auch als Produzent aktiv – unter anderem für Cyndi Lauper, mit der er mehrere Alben aufnahm, darunter das Erfolgswerk True Colors. Im Popbereich wurde er zudem für seine Arbeit an “Weird Al” Yankovic‘s Debütalbum mit einem Grammy ausgezeichnet. Songs wie Eat It und Who’s Fat, Parodien auf Michael Jackson-Hits, wurden weltweit bekannt.
Negativ (für mich) ist er durch seine Unterstützung für den Fat Orange Man aufgefallen.
Fünf Alben haben sie seit 2019 veröffentlicht, ihr Bekanntheitsgrad hält sich jedoch (noch) in Grenzen. Leider muss ich sagen. Denn die Schweizer Ellis Mano Band spielt auf ihren Alben eine tolle Mischung aus Rock, Blues und Soul.
Die Ellis Mano Band wurde 2017 von Chris Ellis (Gesang) und Edis Mano (Gitarre) gegründet wurde; außerdem gehören aktuell Severin Graf (Bass), Nico Looser (Schlagzeug) und Lukas Bosshardt (Keyboard) dazu.
Es ist eine sehr eingespielte und erfahrene Band, wie ihre früheren Arbeiten und ihr neuestes Projekt „Morph“ beweisen. Die ersten öffentlichen Auftritte von „Morph“ fanden 2024 im Vorprogramm der Deutschlandtournee von Deep Purple statt, was die Bedeutung der Band unterstreicht.
Ihre Alben sind gekennzeichnet durch wuchtige und rockige Songs, die von der kräftigen Stimme von Chris Ellis ebenso getragen werden wie die Balladen, seien sie leicht und flockig oder schwer und bluesgetränkt. Den Style der Ellis Mano Band bezeichnet Gitarrist Chris Mano als „Rock’n’Soul, tief verwurzelt im Blues”. Mano ist ein „technisch tadellos, geschmackvoll und stilistisch überaus einfallsreich spielender Musiker“ (so das Fachmagazin „Gitarre & Bass“), der auch die Alben seiner Band produziert.
Sie touren hauptsächlich durch die Schweiz und Deutschland. Wer die Gelegenheit bekommt sie zu sehen, sollte es unbedingt tun.