Neo-Progressive Rock (allgemeiner Neo-Prog“) ist ein Subgenre des Progressive Rock, das ursprünglich zur Bezeichnung von Künstlern verwendet wurde, die stark von den klassischen symphonischen Prog-Bands beeinflusst waren, die in den 1970er Jahren ihre Blütezeit erlebten. Zu Beginn der Neo-Prog-Bewegung war der Haupt-einfluss die Musik von Genesis Anfang bis Mitte der 70er Jahre. Es wird oft darüber diskutiert, wann der Neo-Prog tatsächlich entstanden ist. Einige behaupten, dass er mit Marillions Script for a Jester’s Tear im Jahr 1983 begann.
Andere behaupten, dass er mit Twelfth Night zu Beginn der 80er Jahre begann, während manche sogar behaupten, dass die populäre symphonische Prog-Band Genesis den Neo-Prog mit ihrem 1976er Album A Trick of the Tail ins Leben rief. Analysiert man die Progressive-Bewegung kurz vor 1980, dann fallen einem schnell einige Alben ein, die die Neo-Prog-Bewegung stark beeinflusst haben:
Steve Hackett – Spectral Mornings
Genesis – Wind & Wuthering
Genesis – And Then There Were Three
Genesis – Seconds Out
Saga – Saga
alle Camel-Alben zwischen Breathless und The Single Factor eingeschlossen, und einige Alben von
Eloy, insbesondere Silent Cries And Mighty Echoes.
Diese neue Form des Progressive Rock hat ihren Ursprung im Vereinigten Königreich und wird am stärksten mit Bands wie Marillion, Pendragon und IQ in Verbindung gebracht. Während theatralische Bühnenauftritte Teil der Live-Performances vieler Künstler waren, die diese Untergruppe des Progressive Rock-Genres erforschten, sind es die musikalischen Elemente, die für das Genre entscheidend sind; typisch ist die Verwendung von atmosphärischen Gitarren- und Synthesizer-Soli mit symphonischen Anleihen, mit einer Tendenz zu schwebenden Synthesizer-Schichten und verträumten Soli.
Ein weiteres Merkmal ist die Verwendung von modernen Synthesizern anstelle von alten analogen Synthesizern und Keyboards. Die Hauptgründe für die Abgrenzung der Neo-Progressiven von den Symphonic Prog-Künstlern sind die oben genannten Punkte sowie die stärkere Betonung von Songform und Melodie im Vergleich zu einigen ihrer früheren symphonischen Pendants.
Im Laufe der Zeit traten andere Künstler auf, die ebenfalls von den Normen abwichen, die von der klassischen Welle der Progressive-Rock-Künstler in den 70er Jahren geschaffen wurden. Die späten 70er Jahre hatten der Welt den Punk beschert, die 80er Jahre den New Wave und die 90er Jahre den Grunge. Diese und andere Formen hatten einen enormen Einfluss außerhalb des Progressive-Rock-Bereichs. Das Aufkommen des modernen Synthesizers inspirierte auch Künstler wie Tomita, Vangelis und Kitaro zu verträumteren musikalischen Werken.
Die „Indie-Supergroup“ Boygenius bringt am 31.03. ihr erstes Album heraus – na und? Was ein Hype um die drei Musikerinnen Phoebe Bridgers, Julien Baker und Lucy Dacus, deren Bandname „eine Anspielung auf die Männerdomäne Indie-Rock und in der Musikindustrie generell“ (Rolling Stone) sein soll.
Dabei sind sie nur gekommen, „um uns zu unterhalten“ (Rolling Stone). Und deshalb muss man dieser 08/15 Musik gleich 12 (!) Seiten in der deutschen Märzausgabe widmen? Überflüssig meint zappa:lott, da es nicht mehr als eingängige, unaufgeregte Klänge sind, wie sie bereits zigfach durch andere nichtssagende Bands verbreitet wurden. Aber die PR ist ja gelungen!
Foto: Cover vom Album Straight Up; von links nach rechts: Joey Molland, Tom Evans, Pete Ham, Mike Gibbins
Die Geschichte von Badfinger enthält genug Dramatik und Tragik für eine Hollywood-Biografie. Vielleicht ist der Grund, warum kein Film über Badfinger produziert wurde, der, dass es kein Happy End gab. Nach dem Selbstmord zweier Mitglieder und Prozessen, endete der dritte Akt eher in einer Reihe von Wehklagen als in einer Siegesserie. Es war ein schlechtes Ende für eine Band, die mit den Beatles assoziiert war und deren Songs die Gründung eines neuen Genres, des Power-Pop, inspirierten.
Die Hauptfigur der Gruppe, Sänger und Gitarrist Peter Ham, war seit den frühen 1960er Jahren in Rockbands in seiner Heimatstadt Swansea, Wales, aktiv. 1966 brachte er seine Gruppe, die Iveys, nach London, wo seine Songs schließlich das Interesse des neuen Labels der Beatles, Apple Records, weckten. Obwohl die Iveys 1968 bei Apple unter Vertrag genommen wurden, waren sie von der verworrenen Politik des Labels frustriert.
Ihre erste Single, das hoffnungsvolle „Maybe Tomorrow“ (1968), war in einigen europäischen Ländern ein Hit, nicht aber in den Vereinigten Staaten oder im Vereinigten Königreich. Ein Jahr später erschien ein gleichnamiges Album, das jedoch nur in Japan, Italien und Deutschland veröffentlicht wurde.
Die Beschwerden der Band erreichten Paul McCartney und es wurde schnell gehandelt. Die Iveys bekamen einen moderner klingenden Namen, Badfinger, und mit „Come and Get It“ einen McCartney-Song „verordnet“. Da McCartney wenig Vertrauen in Badfingers Urteilsvermögen hatte, drängte er sie, sein Song-Demo Note für Note zu kopieren. „Come and Get It“ erreichte weltweit Platz eins und wurde in Peter Sellers‘ Filmkomödie The Magic Christian (1969) und auf Badfingers erstem Album verwendet.
Text: David Luhrssen (frei übersetzt von DiKo)
Encyclopedia of classic rock / David Luhrssen with Michael Larson, Santa Barbara, 2017