Ally Veanable was back! Dank Thomas Ruf und seinen Kolleg*innen war es mal wieder ein großartiges Konzert im Gemeindesaal von Lindewerra – mit einer Einschränkung:
Leute, die meinen, sich zum Quatschen in einem Konzert zu treffen, sind absolut fehl am Platze. Trefft Euch in einer Kneipe oder geht zum Psychiater, wenn Ihr reden wollt! Aber lasst uns bitte die Künstler*innen genießen – ohne Euer lautes Gelaber im Hintergrund!
Drummer Isaac Pulido ist schon länger in der Band und spielt unaufdringlich und schnörkellos seinen Part. Elijah Bedford ist der Neue in der Band und bringt mit seinem Bass eine neue, teilweise funkig-soulige Variante in die Stücke mit ein. Ally war wie immer gut drauf und brachte mit ihrem Gitarrenspiel und ihrer Zugewandtheit die Zuhörenden in top (Blues)Stimmung.
Der folgende Konzertausschnitt stammt von Jochen Pursche’s Rock’n’Rail Channel:
„Steam Roller Blues“ ist eine Coverversion des Titels von James Taylor, erschienen auf seinem Album „Sweet Baby James“ von 1970. Es sollte eine Persiflage auf die unechten Bluesbands jener Zeit sein und wurde von einer Vielzahl anderer Künstler*innen (u.a. Elvis Presley, Eric Burdon, Tower of Power) aufgenommen.
Die allermeisten Musiker*innen spielen für Menschen. Anders der französische Musiker Plumes.
Mit seiner rosafarbenen Gitarre spielt er für ein ganz besonderes Publikum. Er musiziert für Tiere in Zoos und auf Bauernhöfen und reist dafür durch ganz Frankreich. Der Sänger will sich damit für die Tiere einsetzen und einen respektvollen Umgang mit ihnen vorleben.
In den verschiedenen sozialen Medien zeigt er die teilweise sehr rührenden Reaktionen der Kühe, Pferde, Papageien etc., die den Klang seiner Stimme und Gitarre sichtlich genießen. Plumes möchte ihnen durch seine Musik etwas zurückgeben.
In einem Interview mit Petbook erklärt er, wie es dazu kam, für Tiere zu singen:
Ich habe angefangen, für Kühe zu singen, weil ich mit meiner Großmutter auf dem Land lebte und es dort viele Kühe gab. Es war eine tolle Erfahrung, denn sie kamen alle und hörten mir fast eine Stunde lang zu! Seit diesem Tag habe ich mich in das Singen für Tiere verliebt und nicht mehr aufgehört. Ich habe das Gefühl, dass es den Tieren hilft, sich zu entspannen und zu beruhigen in einer Welt, in der sie leider sehr schlecht behandelt werden. […]
Ich möchte auf misshandelte und bedrohte Tiere und Arten aufmerksam machen! Deshalb gibt es unter einigen meiner Videos Links zu Organisationen, die Tieren helfen. Und vielleicht den Menschen zeigen, was Tiere wirklich sind: lebende, fühlende Wesen!
..doch unwahrscheinlich, dass er von Albert Einstein stammt.
Dieses Pseudo-Albert-Einstein-Zitat ist noch keine zehn Jahre alt und nicht nur auf Facebook und Twitter inzwischen ziemlich beliebt.
Der „lustige Spruch“ wurde von einer unbekannten Person geprägt und auf Twitter das erste Mal Albert Einstein am 5. September 2016 zugeschrieben, in Zeitungen am 5. Oktober 2016 (laut genios.de).
Da der Spruch Albert Einstein ohne ersichtlichen Grund erst ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod zugeschrieben wurde, immer ohne Quellenangabe zitiert wird, weder in den digitalisierten Texten Albert Einsteins noch in seriösen Nachschlagwerken zu finden ist, ist dieses Zitat ein typisches Kuckuckszitat des 21. Jahrhunderts.
Das vielfach als Bootleg veröffentlichte „Goodbye Summer“-Konzert von The Who im Londoner Cricketstadion „The Oval“ von 1971 ist jetzt offiziell erschienen.
Der September 1971 war keine glückliche Zeit von The Who. Pete Townshend hatte den Kampf um die Verfilmung seines aufgegebenen Konzeptalbums „Lifehouse“ verloren, und eine gefilmte Bandbesprechung über die Zukunft der Who endete gereizt.
Glücklicherweise kam plötzlich Erleichterung in Form einer Einladung, Headliner eines All-Star-Benefizkonzerts zu sein. Also hörte die Gruppe auf zu streiten, brachte ihre neue 20.000 Pfund teure PA-Anlage in ein Kino in Wandsworth und begann mit den Proben für eine Show am 18. September im Oval Cricket Ground, bei der auch die Faces, Atomic Rooster, Mott The Hoople, Lindisfarne und andere auftreten sollten.
Der Auftritt im „Oval“ im Rahmen der „Goodbye Summer“-Tour ist als einer der denkwürdigsten Auftritte von The Who in die Geschichte eingegangen – 35.000 ausgelassene Zuschauer, Keith Moon, der mit einem Cricketschläger auf sein Schlagzeug schlug, die Band, die von Rod Stewart in die Menge geworfene Fußbälle abwehrte –, aber bis jetzt waren nur Bootlegs in schlechter Qualität im Umlauf.
Das Problem war, dass zwar das gesamte Konzert von Glyn Johns mit demselben mobilen Pye-Studio aufgezeichnet wurde, das uns auch „Live At Leeds“ aus dem Jahr 1970 bescherte, die Crew jedoch aufgrund übertriebener Sicherheitsvorkehrungen nicht in der Lage war, verschobene Mikrofone neu zu positionieren, um Fehler zu korrigieren. Dank moderner Technologie konnten die Originalaufnahmen nun endlich gerettet werden – und was für ein Genuss sie sind!
Dass The Who in Topform waren, steht außer Frage: Den ganzen August über tourten sie mit ihrem neuen, superlauten Soundsystem durch die USA und spielten eine Setlist, die von Songs aus dem gerade erschienenen Album „Who’s Next“ geprägt war. Deshalb finden viele Fans, dass dieses Album sogar dem superben „Live At Leeds“ (und Hull) und sicherlich dem durchwachsenen „Live At The Isle Of Wight Festival 1970“ überlegen ist, denn es sind die (damals) brandneuen Songs „Love Ain’t For Keeping“, „Bargain“, „Behind Blue Eyes“, „Won’t Get Fooled Again“ und John Entwistle‘s „My Wife“, die hier hervorstechen.
Townshend sagte, dass er, nachdem er im Vorfeld des Oval-Konzerts erkannt hatte, dass sein Projekt „Lifehouse“ nun (vorerst) vom Tisch war, sich von dessen lähmenden Griff befreit fühlte und seine Energie wieder in die Live-Auftritte von The Who steckte. Die pure Aggression und Leidenschaft im Spiel der Gruppe ist in der Tat beeindruckend, selbst wenn es neuerdings an die sequenzierten Keyboard-Parts von „Won’t Get Fooled Again“ gebunden ist.
Etwas Dunkles und Kraftvolles entfaltet sich in dem wilden „Pinball Wizard“ und dem launischen, siebenminütigen „Naked Eye“ (damals noch unveröffentlicht), während prägnante Versionen von „I Can’t Explain“, „My Generation“ und „Substitute“ ein Set untermauern, das sich durch hohe Songkunst und wenig Überflüssiges auszeichnet. Als Moderator Rikki Farr dem Publikum nach einem donnernden „Magic Bus“ mitteilt, dass es keine Zugabe geben wird – nicht zuletzt, weil Keith Moon sein Schlagzeug zerstört hat –, kann man sich ohnehin nicht vorstellen, wo die Band diese Performance noch hätte steigern können.
Ein absolut hörenswertes Live-Album – nicht nur für Fans!
Setlist:
1. So Glad To See Ya 2. Summertime Blues 3. My Wife 4. Love Ain’t For Keeping 5. I Can’t Explain 6. Substitute 7. Bargain 8. Behind Blue Eyes 9. Won’t Get Fooled Again 10. Baby Don’t You Do It 11. Pinball Wizard 12. See Me, Feel Me / Listening To You 13. My Generation 14. Naked Eye 15. Magic Bus
Damit die Reichen noch reicher werden, haben sie ein staatlich geduldetes (oder eher geschaffenes?) Schlupfloch entdeckt, dass sie weidlich ausnutzen. Unter dem schönen Deckmantel „Familienstiftung“ wird dies „als Gestaltungsinstrument der Vermögens- und Nachfolgeplanung“ [1] genutzt, mit dem der Staat um Milliardeneinnahmen gebracht wird.
Wie das funktioniert, kann man sich im Beitrag des ARD Politmagazins „Monitor“ vom 11.09.25 anschauen.
„Auch ein Milliardär ist ja nicht ein Taugenichts“ sagt dort der stellvertretende bayrische Ministerpräsident Hubert Aywanger [2]. „Ich wünsche mir noch mehr Milliardäre, die in Deutschland Arbeitsplätze schaffen.“ Und da sind Erbschaftssteuern natürlich hinderlich, so Aywanger.
Das es auch anders geht, zeigen die Erben des Multimilliardärs Thiele, die quasi „aus der Portokasse“ 4 Milliarden Erbschaftssteuer bezahlt haben. Weil die „Zahlung der Erbschaftssteuer […] keine Auswirkungen auf die Liquiditätssituation und Ausschüttungspolitik der Unternehmen“ [3] zur Folge hatte. Die Heinz Hermann Thiele Familienstiftung verwaltet eines der größten Familienvermögen mit ca. 15 Milliarden Euro. [4]
Wenn das also kein Problem für Unternehmen darstellt, warum will Markus Söder die Erbschaftssteuer noch um „mindestens die Hälfte“ (ARD Sommerinterview) senken? Auch die CDU will die Reichen weiter schonen, Steuererhöhungen kommen nicht infrage. Reiche sollen nicht stärker belastet werden, so sieht christlich-soziale Politik des Multimillionärs Friedrich Merz aus. Da ist es doch viel leichter, das Bürgergeld einzukassieren, auch wenn das den Bundeshaushalt lediglich um 0,6% entlasten würde. Diese Christlichkeit der CDU – das freut die deutschen Millionäre/Milliardäre. Vergelt’s Gott!
Aber zurück zur Familienstiftung. „Wie Superreiche mit einer Familienstiftung Steuern sparen können“ [5] darauf haben sich eine ganze Reihe fürsorglicher „steuerzentrierter“ Beratungsgesellschaften spezialisiert:
„Eine Möglichkeit, wie Superreiche eine solche Besteuerung vermeiden können, zumindest aber viel Steuern sparen können, ist über eine Familienstiftung. Insbesondere eine Familienstiftung in Liechtenstein bietet sich hierzu gleich aus verschiedenen Gründen an. Zudem entgeht man mit dieser Gestaltung auch der Wegzugsteuer, sodass man frei ist dorthin zu ziehen, wo es einem am besten gefällt – auch steuerlich.“[6]
Wer hat, der kann. Steuerhinterziehung leicht gemacht. Ganz legal – aber zutiefst unmoralisch und unsozial. Aber das sieht man in dieser Branche natürlich ganz anders.
Um diese steuerlichen Schlupflöcher zu schließen, und so dem Staatshaushalt geschätzte 10 Milliarden jährlich an zusätzlichen Steuergeldern zu verschaffen, da traut sich keine Regierungspartei heran. Warum fragt sich der brave deutsche Steuermichel? Antworten bleiben aus. Weder der „Sozial“demokrat Klingbeil noch der sonst so mikrofongeile Markus Söder wollten „Monitor“ ein Interview geben. Auch niemand aus der CDU/CSU-Bundestagsfaktion wollte sich dazu befragen lassen.„Wir bitten um Verständnis, dass die Unionsfraktion sich zu Ihrer Anfrage nicht äußert.“[7]
Ich schließe mich der Antwort von „Monitor“ an: „Sorry, aber dafür haben wir kein Verständnis.“
Rick Davies, Mitbegründer, Keyboarder und Sänger von Supertramp, starb am 6. September, mehr als ein Jahrzehnt nach der Diagnose eines multiplen Myeloms, wie die Band auf ihren Social-Media-Seiten bekannt gab.
„Ricks Musik und sein Vermächtnis inspirieren weiterhin viele Menschen und sind ein Beweis dafür, dass großartige Songs niemals sterben, sondern weiterleben“, heißt es in der Erklärung.
Davies, der zusammen mit seinem Kollegen, dem Songwriter und Sänger Roger Hodgson, bis zum Album „… Famous Last Words …“ aus dem Jahr 1982 Frontmann der Band war, war das einzige Mitglied, das auf allen elf Alben der Band zwischen 1970 und 2002 zu hören war.
„Wenn er spielte, war es immer absolut präzise, aus dem Herzen und mit genauem Timing – ohne Schnörkel – er fing die Essenz der Musik ein, die er normalerweise selbst komponiert hatte“, sagte Supertramp-Saxophonist John Helliwell über seinen ehemaligen Bandkollegen. „… Ich fühle mich geehrt, ihn gekannt und mit ihm gespielt zu haben.“
Davies‘ Stimme bildete einen Kontrast zu Hodgsons hohem Tenor und Falsett. Davies war auf E-Piano spezialisiert und komponierte unter anderem „Bloody Well Right“, „Ain’t Nobody But Me“, „Gone Hollywood“ und „Goodbye Stranger“.
Nachdem er aufgrund seiner Krankheit nicht mehr auf Tournee gehen konnte und Supertramp eine für 2015 geplante Tournee absagte, spielte Davies gelegentlich mit Ricky and the Rockets auf Long Island.
„Ricks Musik und sein Vermächtnis inspirieren weiterhin viele Menschen und sind ein Beweis dafür, dass großartige Songs niemals sterben, sondern weiterleben.“
Zur klassischen Besetzung von Supertramp gehörten auch Bassist Dougie Thomson, Saxophonist John Helliwell und Schlagzeuger Bob Siebenberg.
1977 einigten sich Davies und Hodgson darauf, ihren Anteil von 50 % an den Tantiemen für Songwriting zu reduzieren, um dem Trio und dem Manager der Band einen Anteil zu geben – ein Schritt, der laut Hodgson dazu dienen sollte, „die Band funktionsfähig und glücklich zu halten“.
Diese Vereinbarung galt bis 2018, und Thomson, Helliwell und Siebenberg verklagten Hodgson und Davies im Jahr 2021.
Davies einigte sich 2023 außergerichtlich. Im vergangenen Monat entschied ein US-Berufungsgericht, dass Hodgson die Tantiemen mit seinen ehemaligen Bandkollegen teilen muss.