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Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

Neue Studie über AFD-Wähler

Nach einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung sind 29 Prozent der AfD-Wähler rechtsextrem eingestellt.

Knapp acht Prozent aller Wahlberechtigten in Deutschland vertreten ein geschlossen rechtsextremes Weltbild. Der Anteil manifest rechtsextremer Einstel-lungen bleibt damit auch im langfristigen Vergleich eher gering. Neu ist aber seine starke parteipolitische Konzentration in der AfD. Der Anteil der Wähler:innen mit einem geschlossen rechtsextremen Weltbild ist in der AfD fast viermal so hoch wie im Durchschnitt aller Wahlberechtigten. Fast jede:r dritte AfD-Wähler:in (29 Prozent) ist manifest rechtsextrem eingestellt. Ein weiteres Viertel (27 Prozent) vertritt latent rechtsextreme Einstellungen. Insgesamt sind damit deutlich mehr als die Hälfte aller AfD-Wähler:innen (56 Prozent) latent oder manifest rechtsextrem eingestellt.

Knapp 15% aller AfD-Wähler*innen befürworten eine rechtsgerichtete Diktatur. Fazit der Studie:

Aus der rechts-populistischen Mobilisierungsbewegung der Bundestagswahl 2017 ist vor der Bundestagswahl 2021 eine mehrheitlich von latent oder manifest rechtsextremenEinstellungen geprägte Wählerpartei geworden.

Zwar hat ein Viertel der AFD-Wähler*innen ein geschlossen rechtsextremes Weltbild. Dabei geben 44 % der AfD-Sympathisant*innen an, nicht latent rechtsextrem zu denken. Der TAZ-Korrespondent Stefan Reinecke meint, „die demokratischen Parteien haben also die Chance, das Bündnis von Konservativen und ProtestwählerInnen mit Rechtsextremen, das die AfD im Kern ausmacht, aufzulösen. Das wird schwierig. Aber die Studie zeigt: Es wäre möglich.

 

57 und kein bisschen leise – Radio Caroline

Seit 1964 sendet Radio Caroline, die „Mutter aller Piratensender“ nun schon, und es wird Zeit auch an dieser Stelle auf den Sender, seine Geschichte und Musik hinzuweisen.

Mi Amigo war die 2. Heimat von Radio Caroline

Radio Caroline wurde 1964 von Ronan O’Rahilly und George Drummond gegründet wurde. Hauptziel war es, die Kontrolle der Plattenfirmen über die Ausstrahlung populärer Musik im Vereinigten Königreich und das Rundfunkmonopol der BBC zu umgehen. Da der Sender lange Zeit nicht von der Regierung lizenziert war, handelte es sich um einen Piratensender, der als solcher nie illegal wurde, da er außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit unter panamaischer Flagge betrieben wurde. Gleichwohl war es für britische Staatsbürger illegal, sich mit dem Sender zu verbinden. Tja, so etwas gab es damals…

Unter dem Namen Radio Caroline wurde von 1964 bis 1990 von fünf verschiedenen Schiffen mit drei verschiedenen Besitzern aus internationalen Gewässern gesendet, von 1998 bis 2013 auch über Satellit. Seit dem 19. August 2000 sendet Radio Caroline auch rund um die Uhr über das Internet und mit einer zeitlich begrenzten Sendelizenz. Derzeit wird auch über DAB-Radio gesendet.

Radio Caroline sendet Musik von den 1960er Jahren bis heute, mit einem Schwerpunkt auf albumorientiertem Rock (AOR) und „neuer“ Musik von „sorgfältig ausgewählten Alben“. Am 1. Januar 2016 wurde ein zweiter Kanal namens Caroline Flashback gestartet, der Popmusik von den späten 1950er bis zu den frühen 1980er Jahren spielt.

Quelle: https://www.dailymail.co.uk/home/you/article-7082033/Where-Radio-Caroline-ruled-waves-28-March-1964.html

Ermutigt durch skandinavische und holländische Radiopiraten erwarb O’Rahilly im Februar 1964 die ehemalige dänische Passagierfähre Fredericia, die zu einem Radioschiff umgebaut und zu Caroline (s. Bild links) umbenannt wurde. O’Rahilly benannte den Sender nach Caroline Kennedy, der Tochter von US-Präsident John F. Kennedy. Auf einer Fundraising-Reise in die USA, sah O’Rahilly angeblich ein Foto des Life Magazins von Kennedy und seinen Kindern im Oval Office, das als Inspiration für den Namen „Caroline Radio“ diente. Auf einem erhaltenen Foto tanzen Caroline Kennedy und ihr Bruder John F. Kennedy Jr. offenbar im Oval Office, während ihr Vater zusieht. Eine Aktivität, die O’Rahilly angeblich als spielerische Störung der Regierung interpretierte.

Im November 1990 endete die Senderzeit auf See, doch Radio Caroline war und ist noch nicht amEnde. Die längst legalisierte Station sendet heute aus einem Studio in der Grafschaft Kent.

Wer mehr über Radio Caroline erfahren möchte, dem sei der Artikel in der englischen Wikipedia sowie die Website des Radios empfohlen. Es gibt auch eine deutsche Web-Ausgabe.

R.I.P. – Chick Corea

Jazzpianist Chick“ (Armando Anthony) Corea ist am 09. Februar 2021 im Alter von 79 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Er galt als einer der bedeutendsten Vertreter des Rock- und Fusionjazz und spielte unter anderem mit dem Trompeter Miles Davis und dem Pianisten Herbie Hancock.

Corea war (zumindest in Deutschland) wegen seiner Mitgliedschaft bei Scientology nicht unumstritten. So wurde 1993 ein Konzert von ihm in Stuttgart aud Druck der Landesregierung von Baden-Württemberg abgesagt.

Unabhängig davon hat er u.a. mit seiner Gruppe „Return To Forever“ Jazzgeschichte geschrieben und insgesamt 23 Grammys gewonnen.

Einen meiner Lieblingstitel kann man hier im Youtube-Video sehen und hören:

R.I.P – Eddie van Halen

Am 6. Oktober 2020 erlag Eddie Van Halen im Alter von 65 Jahren im Saint John’s Health Center in Santa Monica den Folgen seiner Kehlkopfkrebs-Erkrankung.

Mit seinem Bruder Alex Van Halen gründete er im Jahr 1972 die Rockgruppe Van Halen, welche u.a. aufgrund ihres damals neuartigen Stils in den 80er Jahren und danach große Erfolge weltweit feierten. Insbesondere die Alben „Van Halen“ und „1984“ wurden zum großen Hit, unter anderem aufgrund der Songs „Jump“, „Panama“ oder „Runnin‘ with the Devil“.

Van Halen war einer der einflussreichsten Gitarristen der Rock-Geschichte, ROLLING STONE wählte ihn auf Platz acht der besten Gitarristen aller Zeiten.

Fat Orange Man – Rob Tognoni singt ihm die Meinung…

Auf seinem neuen Album „Catfish Cake“ gibt der australische Bluesrockgitarrist Rob Tognoni in seinem Song „Fat Orange Man“ ein klares Statement zum rassistischen US-Präsidenten ab:

„Kids locked in cages, that just ain’t right / I’m pretty sure this fucker does it just for spite / No heart for compassion / no heart to begin / this empty piece of shit in 2020 can’t win“

„Kinder in Käfigen eingesperrt, das ist einfach nicht richtig / Ich bin ziemlich sicher, dass dieser Wichser es nur aus Bosheit tut / Kein Herz für Mitgefühl / Kein Herz, um anzufangen / Dieses leere Stück Scheiße im Jahr 2020 kann nicht gewinnen“

Möge sein Wunsch in Erfüllung gehen!

R.I.P. – Peter Green

Quelle: Tony Hisgett – https://www.flickr.com/photos/hisgett/4193246701/in/faves-24788065@N02/

Der Mitbegründer von Fleetwood Mac und einflussreiche Blues-Rock-Gitarrist Peter Green ist am 25. Juli 2020 im Alter von 73 Jahren gestorben.

Green gründete 1967 zusammen mit dem Schlagzeuger Mick Fleetwood die Band „Fleetwood Mac“.  Zwar spielte er nur drei Jahre bei“ Fleetwood Mac“, schrieb von 1967 bis 1970 jedoch einige der frühen Klassiker wie „Man of the World“, „Albatross“, „Black Magic Woman“ und „Oh Well“.

Peter Green steht für die erste Blues-Ära von Fleetwood Mac. Die Band hat lange gebraucht, um den Weggang ihres Gitarristen und hauptsächlichen Songschreibers zu verarbeiten und zu kompensieren. Ohne Peter Green, der wegen Drogenproblemen aussteigen musste, wurde Fleetwood Mac eine ganz andere Band, die ihre größten Erfolge dann ohne ihn im Bereich des Pop/Rock feierte.

Der exzessive Drogenkonsum spielte wohl auch eine Rolle, als Anfang der 70er Jahre bei Green schließlich Schizophrenie diagnostiziert wurde. Er verbrachte Mitte der 1970er Jahre einige Zeit in psychiatrischen Kliniken, wo er sich einer elektrokonvulsiven Therapie unterzog. Danach war es lange Zeit still um ihn. 1979 kehrte er mit seinem zweiten Soloalbum „In the Skies“ auf die musikalische Bildfläche zurück. Zwischen 1980 und 1984 veröffentlichte er 4 weitere Alben, die jedoch nicht an den Erfolg von „In The Skies“ anknüpfen konnten.

Ende der 1990er Jahre gründete er mit Unterstützung von Nigel Watson und Cozy Powell die Peter Green Splinter Group. Die Gruppe veröffentlichte zwischen 1997 und 2004 neun Blues-Alben, deren Songs größtenteils von Watson geschrieben wurden. Anfang 2004 wurde eine Tournee abgesagt, und die Aufnahmen zu einem neuen Studioalbum stoppten, da Green die Band verließ und nach Schweden zog. Kurz darauf verpflichtete er sich zu einer für das folgende Jahr geplanten Tournee mit den britischen Blues All Stars. Im Februar 2009 begann Green wieder zu spielen und zu touren, diesmal als Peter Green and Friends.

Mick Fleetwood hat eine Hommage an Green auf Facebook gepostet und seinen ehemaligen Bandkollegen als „meinen liebsten Freund“ bezeichnet.
„Für mich und jedes ehemalige und gegenwärtige Mitglied von Fleetwood Mac ist der Verlust von Peter Green monumental“, schrieb Fleetwood. „Peter war der Mann, der die Band Fleetwood Mac zusammen mit mir, John McVie und Jeremy Spencer gegründet hat. Niemand ist jemals in die Reihen von Fleetwood Mac getreten, ohne eine Ehrfurcht vor Peter Green und seinem Talent und vor der Tatsache, dass Musik hell erstrahlen und immer mit kompromissloser Leidenschaft vorgetragen werden sollte! Peter, ich werde dich vermissen, aber bleib locker, deine Musik lebt weiter„, fügte er hinzu. „Ich danke dir, dass du mich vor all den Jahren gebeten hast, dein Schlagzeuger zu sein. Wir haben uns gut geschlagen, und wir haben einen verdammt guten musikalischen Weg beschritten, den so viele genießen konnten.“

Eine Reihe weiterer Musiker zollten Green nach der Bekanntgabe seines Todes Tribut. Whitesnake-Sänger David Coverdale twitterte, dass Green „ein Künstler war, den ich wirklich liebte und bewunderte„.

 

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