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Schlagwort: Genesis

Steve Hackett: Live Magic at Trading Boundaries

Steve Hackett spielt seit Jahren alljährlich im Winter Akustikkonzerte bei Trading Boundaries in Sussex, Großbritannien. Bei diesen intimen Konzerten kann der ehemalige Genesis-Gitarrist einzigartige, neu interpretierte Highlights aus seiner über 50-jährigen Karriere zum Besten geben und dabei auch seine klassische Seite zeigen. „Es ist immer eine Freude für mich, bei Trading Boundaries zu spielen, einem magischen, intimen Ort voller schöner Lichter und exotischer Bilder, der die dunkelste Zeit des Jahres über Weihnachten und Neujahr erhellt“, sagt er. „Es ist der perfekte Ort für mein akustisches Set.“

Das neue Album, das am 17. Januar erschien, ist eine Zusammenstellung von Höhepunkten aus seinen akustischen Wintershows. Aber das Album ist so gut durchdacht und aufgebaut, dass es wie ein einziges Konzert wirkt. Wie (fast) immer gelingt es Hackett, einige der besten Kompositionen aus seiner Zeit bei Genesis und seit seinem Ausstieg aus der Band im Jahr 1977 auszuwählen. Hackett (g, harm) spielt hier mit Roger King (key), Rob Townsend (fl, sax), seinem Bruder John Hackett (fl) und Schwägerin Amanda Lehmann (g, voc) zusammen.

Das Album beginnt mit fünf akustischen Solostücken auf der Klassikgitarre, die zusammen wie ein fünfstimmiges Minikonzert wirken. Das erste Stück ist eine einleitende Improvisation, bei der Hacketts Fingertechnik zur Geltung kommt. Als nächstes folgt die akustische Einleitung zu „Blood on the Rooftops“ aus dem Genesis-Klassiker „A Trick of the Tail“ von 1976, gefolgt von einem neu geschriebenen Outro. Danach folgen mit „The Barren Land“ und „Blacklight“ zwei Titel aus seinem 1983 erschienenen klassischen Gitarrenalbum „Bay of Kings“ sowie „Horizons“, der bekannten Bach-ähnlichen Etüde aus dem 1972er Genesis-Album „Foxtrot“.

Nach dieser schönen fünfteiligen Ouvertüre spielt die Band zusammen mit Hackett das überschäumende „Jacuzzi“ aus seinem Album „Defector“ von 1980. Es folgt eine Mini-Genesis-Suite. Sie beginnt mit dem Flöten-Gitarren-Zwischenspiel von „Supper’s Ready“und leitet über in „After the Ordeal“, das einzige Instrumentalstück von „Selling England by the Pound“ aus dem Jahr 1973, und das Gitarren-Klavier-Duett aus „Hairless Heart“ von „The Lamb Lies Down on Broadway“ aus dem Jahr 1974, das einen weiteren neu improvisierten Abschnitt enthält, der das Stück in eine neue Richtung führt.

Hackett leitet die Band anschließend durch das in Teilen an Focus erinnernde „Jazz on a Summer’s Night“ von „The Night Siren“ aus dem Jahr 2017, bevor er sich mit seinem Bruder John bei „Gnossiene No. 1“ „duelliert“, einem Flöten-Gitarren-Duett, das dem Album „Sketches of Satie“ der Hackett-Brüder aus dem Jahr 2000 entnommen ist, eine Hommage an den französischen Minimalisten Erik Satie. „Walking Away From Rainbows“ von „Guitar Noir“ aus dem Jahr 1993 folgt, bevor Hackett und seine Band einen beeindruckenden Auszug aus Francis Poulencs Orgelkonzert von 1938 und „The Red Flower of Tachai Blooms Everywhere“, das asiatisch angehauchte Stimmungsstück aus „Spectral Mornings“, spielen.

Steve Hackett und Amanda Lehmann

Was dann folgt, ist für mich der Höhepunkt des Albums, „Hands of the Priestess“ von Hacketts erstem Soloalbum „Voyage of the Acolyte“ aus dem Jahr 1975, als er noch Mitglied bei Genesis war. Es folgen zwei Tracks von Lehmanns Soloalbum „Innocence and Illusion“ aus dem Jahr 2021, „Memory Lane“ ist ein Lied über die Demenz ihrer Mutter und „Only Happy When It Rains“ ist ein Song im Kabarett-Stil, bei dem Lehmann einen schwülen Late-Night-Jazz-Gesang zum Besten gibt und Hackett ein funkiges Swamp-Blues-Mundharmonika-Intro spielt.

Ein weiterer Höhepunkt des Albums folgt: „Ace of Wands“ von „Voyage Of The Acolyte“, das als kammermusikalisches Orchesterstück großartig überarbeitet wurde. Das Album schließt dann mit „The Journey“, der atmosphärischen Klassik-Gitarren-Etüde aus „Bay of Kings“, die an die fünfteilige Akustikgitarren-Serie erinnert, mit der das Album eröffnet wurde.

Fazit:
Mehrere der 19 Stücke auf „Live Magic“ klingen eher wie kurze Schnipsel oder Zwischenspiele als wie vollendete Werke. Die meisten Titel enthalten jedoch neu geschriebene Abschnitte, die sie in dieser teils kammermusikalischen Form aufwerten. Alles in allem ein Album, das eher nicht für Hackett-Einsteiger geeignet ist. Seine Fans werden mit diesem Album, das viele neue und interessante Bearbeitungen alter Kompositionen beinhaltet, aber auf eine spannende, akustische Entdeckungstour gehen, die einige Überraschungen bietet.

Anspieltip: Genesis – One for The Vine

Den Text könnte man auch auf den Despoten und Kriegstreiber Putin beziehen. Songzeilen, die leider wohl immer wieder aktuell sein werden.

26.03.2022 – Letztes Konzert von Genesis

Nun sind sie wohl endgültig Geschichte: Genesis.

Am 26. März 2022 erlebten die Fans in der Londoner O2-Arena das letzte Konzert der Gruppe wie Phil Collins erklärte:

„Heute Abend ist ein ganz besonderer Abend. Es ist die letzte Station unserer Tournee, und es ist die letzte Show für Genesis. Es ist schwer für uns zu glauben, dass ihr trotzdem gekommen seid, um uns zu sehen! Ja, nach heute Abend müssen wir uns alle richtige Jobs suchen!“ (Quelle)

Der 26. März ist ein Tag für die Genesis-Geschichtsbücher. An diesem Tag spielten Genesis 1976 ihre erste Show mit Phil Collins als Sänger in London (Ontario) und 2022 spielten sie ihre letzte Show überhaupt in London. Außerdem ist an diesem Tag im Jahr 2009 ihr früherer Drummer John Mayhew verstorben.

Die Setlist des letzten Genesis-Konzerts bestand aus den folgenden Titeln:

1. Behind the Lines’ / “Duke’s End
2. Turn It On Again
3. Mama
4. Land of Confusion
5. Home By the Sea
6. Second Home By the Sea
7. Fading Lights (part)
8. The Cinema Show (part)
9. Afterglow
10. That’s All (acoustic)
11. The Lamb Lies Down on Broadway (acoustic)
12. Follow You Follow Me (acoustic)
13. Duchess
14. No Son of Mine
15. Firth of Fifth
16. I Know What I Like (In Your Wardrobe)
17. Domino
18. Throwing It All Away
19. Tonight, Tonight, Tonight (part)
20. Invisible Touch

Zugaben:

21. I Can’t Dance
22. Dancing With the Moonlit Knight (part)
23. The Carpet Crawlers

Bei ihrem letzten Konzert wurden neben Peter Gabriel unter anderem auch Hugh Padgham (Toningenieur/Musikproduzent) und der ehemalige Genesis-Manager Richard Macphail gesichtet.

Update September 2024: Richard Macphail starb überraschend am 27. August 2024 (Quelle: Genesis-Fanclub).

Auf Instagram wurde dieses Foto veröffentlicht:

Genesis – Live in Rom (2007)

Ein YouTube-Ausschnitt aus der DVD „When in Rome“ (2007). Genesis spielen „Firth Of Fifth / I Know What I Like“ mit einem tollen Solo von Daryl Stuermer:

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