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Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

R.I.P – Lee Konitz (1927 – 2020)

Lee Konitz at Bach Dancing & Dynamite Society, Half Moon Bay CA 11/24/85 © Brian McMillen www.brianmcmillenphotography.com

Am 15. April 2020 starb der Altsaxophonist Lee Konitz im Alter von 92 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion.

1927 in Chicago geboren, studierte Konitz früh Klarinette, wechselte dann zum Altsaxophon und entwickelte einen individuellen Stil, der sich durch die Bereitschaft auszeichnet, waghalsige harmonische Risiken einzugehen.

Sein unflektierter Ton unterschied ihn von dem dominanten Stil der 1950er Jahre, der von Charlie Parker – den er als engen Freund zählte – begründet wurde. „Ich kannte und liebte Charlie Parker und kopierte seine Bebop-Soli wie jeder andere auch“, sagte Konitz 2013 gegenüber dem Wall Street Journal. „Aber ich wollte nicht so klingen wie er. Also benutzte ich fast kein Vibrato und spielte hauptsächlich in den höheren Lagen. Das ist das Herz meines Klangs.“

Im Laufe seiner Karriere nahm er Dutzende von Alben im Stil von Dixieland, Bop und nachdenklicher Improvisation auf. Seine 1967 aufgenommenen Duette, bei denen er mit Musikern wie dem Gitarristen Jim Hall und dem Tenorsaxophonisten Joe Henderson spielte, gelten laut dem Kritiker Jack Fuller als eines der besten Beispiele für seinen „scharfen Verstand und seinen schnellen Verstand“.

Er spielte auch ohne Begleitung in der 1974er Lone-Lee und versuchte sich in klassischer Musik in der 2000er Ausgabe der französischen Impressionistenmusik der Jahrhundertwende. Konitz selbst schrieb wenig Originalmusik, und die meisten seiner Aufnahmen waren Kontrakte – Melodien, die auf bestehenden Akkordwechseln basieren. Sein bekanntestes Stück, Subconscious-Lee, war eine Improvisation über Cole Porters What Is This Thing Called Love.

„Das ist eine Technik, die ich gerade von demjenigen, der sie erfunden hat, aufgeschnappt habe, ob es nun Bird [Charlie Parker] oder wer auch immer war“, sagte er 2017 zu Downbeat. „Ich halte es in gewisser Weise für äquivalent dazu, einer Melodie hausgemachte Texte hinzuzufügen, bei denen man die Standardänderungen vornehmen könnte. Aber dann ändert man sie irgendwie. Und so gehe ich das irgendwie an.“

Der Musiker hatte später im Leben Herzprobleme, tourte und spielte aber bis in seine 90er Jahre weiter. Sein jüngstes Album war Old Songs New (Sunnyside) – aufgenommen, als er 90 war, und im November letzten Jahres veröffentlicht.

Unter den vielen Trophäen, die er für sein Talent erhielt, gewann Konitz 2009 den NEA Jazz Masters Award und wurde 2010 von der Kritikerumfrage des Downbeat Magazine zum Altsaxophonisten des Jahres gewählt.

Quelle: BBC, übersetzt mithilfe von deepl.com

R.I.P. – McCoy Tyner (1938-2020)

Der Jazzpianist (Alfred) McCoy Tyner ist am 06. März 2020 im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Tod von Tyner, der als eine der einflussreichsten Figuren des Jazz bekannt ist, wurde auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben.

McCoy war ein inspirierter Musiker, der sein Leben seiner Kunst, seiner Familie und seiner Spiritualität gewidmet hat„, hieß es in der Erklärung. „Die Musik und das Vermächtnis von McCoy Tyner werden auch in Zukunft Fans und zukünftige Talente inspirieren.

Tyner wurde 1938 geboren und begann im Alter von 13 Jahren mit dem Klavierstudium. 1960 wurde er Mitglied des John-Coltrane-Quartetts. „Wir haben uns sehr gut verstanden„, sagte Tyner später über seine Beziehung zu Coltrane. „Wir hatten ein gutes Gefühl füreinander, konzeptionell ähnlich, was die Musik betraf. Ich wusste, dass ich dort sein musste.

Damals war er 21 Jahre alt. Im folgenden Jahr spielte er auf Coltranes Erfolgsalbum „My Favorite Things“. Die Band tourte in den nächsten Jahren und nahm weitere Alben auf, während Tyner auch auf einer Reihe anderer Platten von Blue Note erschien.

Er verließ die Gruppe 1965 und produzierte eine Reihe weiterer Alben, bevor er in den nächsten Jahrzehnten mit anderen Jazz-Trios aufnahm und mit Künstlern wie Sonny Rollins und Stanley Clarke zusammenarbeitete. Er machte auch Solo-Aufnahmen, darunter 1988 das Album „Revelations“.

Im offiziellen Statement von Blue Note Records heisst es, „ein Titan ist verloren gegangen„.

Die Menge an Schönheit, die er der Welt geschenkt hat, ist einfach umwerfend, von dem enormen Werk, das er als Mitglied von John Coltranes Classic Quartett geschaffen hat, bis hin zu McCoys eigenen großartigen Alben für Blue Note, Impulse, Milestone, Telarc und mehr. Sein tiefer Einfluss auf fast jeden Jazzpianisten, der in den letzten 60 Jahren auftauchte, ist unermesslich.

Zweieinhalb Jahre nach seiner letzten Aufnahme als Bandleader bei Impulse begann der Pianist McCoy Tyner bei Blue Note Records. Eine Periode, die zu sieben Alben führen sollte.

Eines dieser Alben ist „The Real McCoy“. Für diese Veröffentlichung von 1967 ist der Pianist mit dem Tenorsaxophonisten Joe Henderson, dem Bassisten Ron Carter und dem Schlagzeuger Elvin Jones für fünf seiner Originale ein Team. Zu den Highlights des Albums gehören für mich „Passion Dance“, „Four by Five“ und „Blues on the Corner“.

Dieses Quartett aus dem Jahr 1967 war das erste, das McCoy Tyner als Leiter für Blue Note aufnahm, obwohl er schon häufig als Sideman für das Label aufgetreten war – unter anderem mit Wayne Shorter, Joe Henderson und Grant Green. Diese Aufnahme ist eine der letzten, die vom Blue Note-Gründer Alfred Lion produziert wurde, und Tyners erste als Leiter, seit er zwei Jahre zuvor das legendäre John Coltrane-Quartett verlassen hatte. Die konzentrierte Intensität der Gruppe hat etwas von dem Blue Note-Klang, vielleicht ist es Lions Beitrag ebenso wie der des Ingenieurs Rudy Van Gelder, während Tyner, ein konservativerer Musiker als Coltrane, die modalen und expressionistischen Formen des Coltrane-Quartetts in enger definierte kompositorische Muster integrierte. Mit dem Tenorsaxophonisten Joe Henderson fand Tyner einen echten Ebenbürtigen, einen weiteren Musiker mit einer starken Identität, dessen Stil eine ähnliche Mischung aus konventionellen und innovativen Elementen darstellte. Zusammen mit dem Schlagzeuger Elvin Jones und dem Bassisten Ron Carter bekräftigen beide den Hard-Bop-Mainstream mit „Four by Five“ und dem tiefen Blues von „Blues on the Corner“ und erweitern ihn mit der erhöhten Feierlichkeit von „Search for Peace“ und dem brillanten rhythmischen Zusammenspiel von „Passion Dance“. –Stuart Broomer

 

Studie: „Erschreckend viele Wähler der AfD teilen Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen“

Susann Huster Stabsstelle Universitätskommunikation/Medienredaktion
Universität Leipzig

Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Verschwörungsmentalität – Wähler der AfD zeigen in allen Bereichen antidemokratischer Einstellungen deutlich höhere Zustimmungswerte als die Anhänger anderer Parteien. Das geht aus einer am (heutigen) Dienstag (25. Februar 2020) veröffentlichten, repräsentativen Studie des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig hervor.

Im Rahmen der Leipziger Autoritarismus-Studien befragten die Forscher von Mai bis Juli 2018 insgesamt 2.344 Personen im Alter zwischen 18 und 91 Jahren zu ihren politischen Einstellungen. Sie fanden unter anderem heraus, dass bei Wählern der AfD ein höherer tradierter Antisemitismus zu finden ist. Zudem seien in keiner anderen Wählergruppe rechtsextreme Einstellungen und Muslimfeindschaft weiter verbreitet als unter den Wählern dieser Partei, sagt der Leiter der Studie, PD Dr. Oliver Decker.

Aus den Ergebnissen lasse sich ableiten, dass ein Großteil der Anhänger die AfD nicht trotz, sondern wegen ihrer antidemokratischen Positionen wähle, ergänzt die an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin Julia Schuler. Jene Bundesbürger, die zwar schon lange extrem rechte Einstellungen teilten – sei es Chauvinismus, Befürwortung einer Diktatur, Antisemitismus oder Ausländerfeindlichkeit – aber bis 2014 SPD oder CDU wählten, stimmten jetzt für eine Partei, die eine Programmatik entsprechend ihrer Einstellung umsetzt. Sie hätten in der AfD eine politische Heimat gefunden, so Decker. „Vor dem Hintergrund der Ereignisse der letzten Monate ist diese klare Positionierung gegen den demokratischen Zusammenhalt mit Sorge zu betrachten“, betont der Rechtsextremismusforscher. Die Ermordung des hessischen Politikers Walter Lübcke, das Attentat auf die Synagoge in Halle und die anschließenden Morde, wie auch der jüngste rassistische Terroranschlag in Hanau mit zehn Ermordeten seien durch dieselbe rechtsextreme Ideologie der Ungleichwertigkeit motiviert gewesen.

Konkret fanden die Forscher heraus, dass AfD-Anhänger nicht nur mehrheitlich chauvinistischen und ausländerfeindlichen Aussagen zustimmten, sondern viele von ihnen auch eine rechtsautoritäre Diktatur bevorzugten und Demokratie ablehnten. Die Wissenschaftler, unter ihnen auch ein Forscher der Universität Siegen, bescheinigten ihnen zudem ein hohes Maß an Antisemitismus, Sozialdarwinismus sowie einen „ausgeprägten Hang zur Verharmlosung des Nationalsozialismus“. 80,6 Prozent der AfD-Wähler hätten angegeben, sich durch „die vielen Muslime“ fremd im eigenen Land zu fühlen. Mehr als 70 Prozent finden, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. Ein Großteil stellte triftige Asylgründe wie Verfolgung im Heimatland infrage.

Zudem war der Umfrage zufolge jeder fünfte AfD-Anhänger bereit zur Anwendung körperlicher Gewalt, um eigene Interessen durchzusetzen. Mehr als die Hälfte der AfD-Wähler findet Ressentiments gegen Juden mindestens teilweise verständlich. „Bei keiner anderen Partei nutzen die Anhänger so offen die Möglichkeit, ihren Antisemitismus zu äußern“, erläutert der ebenfalls an der Auswertung beteiligte Soziologe Dr. Johannes Kiess von der Universität Siegen. Über ein Drittel der AfD-Wähler befürchteten, dass hinter politischen und sozialen Ereignissen in der Welt geheime Organisationen mit großem Einfluss stecken. Decker betont, dass „erschreckend viele Wähler der AfD diese Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen teilen“.

„Dass diese Motive in einigen Teilen der Bevölkerung geteilt werden, diese eine parlamentarische Repräsentanz haben und damit auch als legitim erfahren werden, macht das Risiko weiterer rassistischer Terroranschläge groß“, warnt Decker. Er und seine Kollegen sehen die Vertreter der AfD in der Verantwortung, sich sowohl inhaltlich, als auch in der Rhetorik für den demokratischen Zusammenhalt in einer pluralen und liberalen Demokratie einzusetzen.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

PD Dr. Oliver Decker
Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig
Telefon: +49 341-9715441
E-Mail: oliver.decker@uni-leipzig.de

Johannes Kiess
Universität Siegen, Seminar für Sozialwissenschaften
Telefon: +49 271 740-2750
E-Mail: kiess@soziologie.uni-siegen.de

Julia Schuler
Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung
E-Mail: julia.schuler@medizin.uni-leipzig.de

Prof. Dr. Elmar Brähler
Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig
E-Mail: elmar.braehler@medizin.uni-leipzig.de


Weitere Informationen:

http://www.kredo.uni-leipzig.de
http://home.uni-leipzig.de/decker/wahlpraeferenz.pdf

Zitat des Tages – 25.02.2020 Friedrich Merz

Dienstag, 25. Februar 2020, Berlin, Pressekonferenz von Friedrich Merz. Die Ausführungen von Merz neigen sich dem Ende entgegen. Auf die Frage eines Spiegel-Reporters, ob die Antwort Friedrich Merz „auf das Problem des Rechtsradikalismus die stärkere Thematisierung von Clankriminalität, Grenzkontrollen und so weiter“ sei, antwortete dieser: „Die Antwort ist: Ja.“ Damit enthüllt Merz unverhohlen seine Neigung am rechten Rand zu fischen. Sieht so sein „Aufbruch und Erneuerung“ aus? Einige Reaktionen darauf:

Friedrich Merz nämlich will die CDU in die Ära vor Merkel zurückführen. Die Älteren unter uns erinnern sich: Es war die Strickjacken- und Ärmelschoner-CDU. Also, nach vorn in die Vergangenheit mit Friedrich Merz. Was für ein Wahlkampfschlager! Und Achtung: Der selbsternannte CDU-Erneuerer will – wenn nötig – Grenzen schließen – auch, um Rechtsextremismus zu bekämpfen. Muss man sich mal vorstellen. Die Idee könnte von der AfD sein.

Aus dem Kommentar von Sabine Henkel, ARD-Hauptstadtstudio, am 25.02.2020 zur Pressekonferenz von Friederich Merz in Berlin.

Passend zu den Merz’schen Äußerungen das Statement von Lenz Jacobsen, Politredakteur bei ZEIT Online:

Friedrich Merz glaubt, dass man den Rechtsradikalismus am besten bekämpft, indem man ihm nachgibt. Dass man härter gegen die ausländischen Clans, gegen die Ausländer an der Grenze und in den Problemvierteln vorgehen muss, dass, kurz gesagt, mehr Härte gegen missliebige Ausländer das beste Mittel gegen Rechtsradikalismus ist. […]

„Die Antwort ist: Ja.“ Nach diesem Satz wissen wir nicht nur, dass neben der Merz’schen Steuererklärung auch die Merz’sche Strategie gegen Rechtsextremismus auf einen Bierdeckel passt. Wir wissen auch, dass ein CDU-Vorsitzender Friedrich Merz allen die Hand ausstrecken würde, die sowieso der Meinung sind, dass das Problem mit den Rechtsextremen eigentlich die Ausländer sind und die Linken.

Man möchte nicht wissen, was die Angehörigen der Opfer von Hanau fühlen, wenn sie von Merz‘ Antwort hören. Nein, man muss hoffen, dass sie davon gar nicht erst hören. Und noch mehr muss man hoffen, dass aus den Merz’schen Worten nicht bald die offizielle Linie der mächtigsten deutschen Partei wird. Es wäre eine menschliche und strategische Pleite.

Aus dem Kommentar von Lenz Jacobsen, ZEIT Online vom 25.02.2020

Extremismus im Netz

Studie untersucht erstmals umfassend rechtsextreme Akteure auf alternativen Plattformen

Die von der Robert Bosch Stiftung geförderte Studie zeigt: Das rechtsextreme Ökosystem auf alternativen Plattformen kann zur Radikalisierung von Nutzern beitragen. Die Sperrung von Accounts rechtsextremer Gruppen auf großen Plattformen wie Facebook und YouTube schränkt die Verbreitung ihrer Inhalte erheblich ein. Die Studie empfiehlt: Zur Bekämpfung rechtsextremer Inhalte auf alternativen Plattformen müssen Maßnahmen auf deren Architektur und spezifische Dynamiken zugeschnitten sein.

Für die Studie „Das Online-Ökosystem rechtsextremer Akteure“ hat das Forscherteam deutsche Communities auf zehn Plattformen systematisch untersucht, darunter die sozialen Netzwerke VK und Gab, die Gaming-App Discord, das Internetforum 4chan und den Messenger-Dienst Telegram. Die Forscher fanden dort rund 375 rechtsextreme und rechtspopulistische Kanäle und Communities. Die Gesamtzahl der Nutzer in diesen Gruppen schätzen die Forscher auf 15.000 bis 50.000. Die Studie zeigt, dass die Plattformen in der Regel nicht von Extremisten gegründet werden, sondern von Nutzern für ihre Zwecke instrumentalisiert werden. Über ein Viertel der Gruppen (27 Prozent) war durch die Gegnerschaft zu Muslimen, Einwanderung und Flüchtlinge gekennzeichnet, ein Viertel (24 Prozent) sprach sich offen für den Nationalsozialismus aus. Auf 4chan enthielten 56 Prozent aller Posts über Juden und das Judentum antisemitische Äußerungen.

Auch wenn der Großteil der analysierten Inhalte nicht zu Gewalt aufruft, sehen die Forscher darin eine gefährliche Inspiration: „Die Posts konzentrieren sich überproportional häufig auf die negativen Folgen der Immigration. Wie wir aus den Manifesten rechtsextremer Attentäter gelernt haben, können rechtsextreme Ideen wie die Verschwörungstheorie des „Großen Austauschs“ extremistische Gewalt und Terrorismus inspirieren, ohne aktiv zur Gewalt aufzurufen“, sagt die Extremismusforscherin Julia Ebner vom ISD, einem unabhängigen Forschungsinstitut mit Sitz in London.

Quelle: idw online

Zusammenfassung der Studie (PDF)

Jazzdrummer Jon Christensen gestorben (1943 – 2020)

Von Hreinn GudlaugssonEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Der norwegische Jazzschlagzeuger Jon Christensen ist am 18. Februar 2020 im Alter von 76 Jahren gestorben. Christensen war mit der Schauspielerin und ehemaligen norwegischen Kulturministerin Ellen Horn verheiratet.

Zusammen mit seinen Kollegen Jan Garbarek, Terje Rypdal und Arild Andersen gab er der neuen Jazzbewegung seit dem Ende der 60er Jahre wichtige Impulse und veröffentlichte 1970 das Album „Afric Pepperbird“ bei dem jungen Jazzlabel ECM Records. Für Jon Christensen war es die erste von rund siebzig Einspielungen für ECM. Für das Album „Knut Riisnæs – Jon Christensen Featuring John Scofield – Palle Danielsson“ erhielt er 1992 den norwegischen Schallplattenpreis und wurde 1993 von der Vereinigung norwegischer Jazzmusiker zum „Jazzmusiker des Jahres“ gewählt.

Als großartiger und leidenschaftlicher „Teamplayer“ hatte Jon Christensen nie Ambitionen, sich selbst als Bandleader zu profilieren. Und so gibt es unter seinem Namen bei ECM auch nur ein einziges Album: eine Anthologie in der :rarum-Reihe von Selected Recordings. Bei seiner Auswahl hob Jon seine Aufnahmen mit Keith Jarrett hervor, die von den Alben „Belonging“, „My Song“ und „Personal Mountains“ stammten. Seine letzte Einspielung für ECM war „Returnings“ mit Jakob Bro, Palle Mikkelborg und Thomas Morgan. Das Album wurde 2018 veröffentlicht.

Quelle: Jazzecho

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