DikoWeb

Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

WIEDERENTDECKT

GIL SCOTT-HERON
The Revolution Will Not Be Televised (reissue, 1974)

Diese Veröffentlichung aus dem Jahr 1974 enthält Höhepunkte aus Gil’s ersten drei Alben beim Label Flying Dutchman. Tracks aus seinem von den Last Poets inspirierten Debütalbum von 1970 – wie das amüsant sarkastische „Whitey On The Moon” und die scharfe Attacke auf Nixons Justizminister John Mitchell, „No Knock“ – sind mit Titeln gemischt, die nur wenige Jahre später aufgenommen wurden und fast von einem völlig anderen Künstler stammen könnten: dem intensiven, gefühlvollen „Get Out Of The Ghetto Blues“ oder den überraschend zarten Balladen „Did You Hear What They Said?“ und „Pieces Of A Man“.

Diese Neuauflage enthält wieder das schöne Gatefold-Cover der Original-LP, aber vor allem auch zwei Säulen von Gil’s Musik – den von Fender Rhodes angeführten Funk von „Lady Day And John Coltrane“ und den wunderbar militanten Groove des Titelsongs, der immer aufregend zeitgemäß klingen wird.

Krimineller schützt Kriminellen

Zur Erinnerung: Anstatt die Epstein-Akten zu veröffentlichen, ließ Donald Trump George Santos frei. Kriminelle schützen Kriminelle.

Jim McGovern (James Patrick „Jim“ McGovern ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei.)

Hintergrund:

Trump ordnet Strafmilderung an
Betrüger Santos kommt vorzeitig aus dem Gefängnis frei

Der frühere republikanische Abgeordnete Santos trat im Juli eine mehr als siebenjährige Haftstrafe wegen Betrugs an. Diese ist nun schon wieder vorbei. Nach einer Strafmilderung durch US-Präsident Trump kam er nun frei.

Der wegen Betrugs und Identitätsdiebstahls zu sieben Jahren Haft verurteilte ehemalige republikanische Abgeordnete George Santos ist nach einer Strafmilderung durch US-Präsident Donald Trump aus dem Gefängnis entlassen worden. Santos habe die Strafanstalt in New Jersey verlassen und sei „auf dem Weg nach Hause“, teilte sein Anwalt Joseph Murray mit. 

Trump: „Viel Glück, George“

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt: „George Santos war so etwas wie ein ‚Schurke‘, aber es gibt viele Schurken in unserem Land, die nicht gezwungen sind, sieben Jahre im Gefängnis zu verbringen.“ Er schrieb zudem: Santos habe lange Zeit in Einzelhaft verbracht und sei „allem Anschein nach furchtbar misshandelt“ worden. Er habe „eine Strafmilderung unterzeichnet, mit der George Santos sofort aus dem Gefängnis entlassen wird“. Am Ende fügte Trump an: „Viel Glück, George – ein großartiges Leben wünsche ich dir!“

Quelle: Tagesschau

Muss niemand mehr kommentieren…

„Werden Sie eine Entschädigung zahlen?“ „Ich bin bereits dabei.“

Quelle: Nick Anderson (Politischer Karikaturist)

Zitat

Längst ist es uns gelungen, ins Weltall zu düsen, aber leider immer noch nicht, personifizierte Bildschirmstörungen wie Markus Lanz auf den Mond zu schießen.

Lüc Bürgin, Neues aus Absurdistan. Sind wir noch zu retten? Rottenburg 2020, S. 14.

American Idiot

Don’t wanna be an American idiot
One nation controlled by the media
Information age of hysteria
It’s calling out to idiot America

Ich will kein amerikanischer Idiot sein
Eine Nation, kontrolliert von den Medien
Informationszeitalter der Hysterie
Es ruft das idiotische Amerika

aus: Green Day, American Idiot (2004)

Neue Sounds – Videoplaylist

Coheed and Cambria – Goodbye Sunshine

Rosalia – Berghain

Anda Morts – Fascho

Julia Effekt – Die Messe

Die Sterne – Wenn es Liebe ist

Six Going On Seven – Jack Jones

Snocaps – Coast

Young Friend – I Like Girls

The Beths – Straight Line Was a Lie

A Thousand Allies – Özlenilmiş Çaresizlik

Twenty One Pilots – Garbage

Maria Muldaur – Don’t Love No Married Man

Matthew Curry – Born Behind The Wheel

Bruce Wojick & The Struggle – The Hard Way

Andy Frasco & The U.N. – Ugly On You

Dobrindt geht’s noch?

Wie Bundesinnenminister Dobrindt heute (am internationalen Holocaust-Gedenktag!) erklärte, will er den Linksextremismus stärker ins Visier nehmen – dafür werde man nun „alle Register“ ziehen. Aha, das Problem sind nicht die seit Jahren erstarkten faschistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft, sondern eine kleine „linke“ Gruppierung.

Ich will den Anschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in Berlin und den damit verbundenen Folgen für mehr als 100.000 Menschen in keinster Weise gut heißen. Es ist aber schon erstaunlich, zu welchen (finanziellen) Mitteln Dobrindt plötzlich fähig ist.

Wer dem Bundeskriminalamt (BKA) entscheidende Informationen zur Aufklärung des Brandanschlags auf die Berliner Stromversorgung Anfang Januar liefert, kann mit einer Belohnung von bis zu einer Million Euro rechnen. Diese hohe Summe solle „die Bevölkerung zur Mitwirkung animieren“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Berlin. „Ich finde es angemessen, dass man mit einer Belohnung in dieser Größenordnung deutlich macht, wie ernsthaft die Lage ist“, fügte der Politiker der konservativen CSU hinzu. [Quelle]

Hat man dieses schon mal in Bezug auf rechtsextremistische Attentäter erlebt? Anscheinend ist die rechtsextremistische Lage im Land nicht ernsthaft genug.

Ich würde mir wünschen, Dobrindt würde seine Energie in den Kampf gegen Fremden­feind­lich­keit, Intoleranz, Rassismus und Anti­semitismus legen, denn sie sind es, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land bedrohen. Die dieser faschistischen Ideologie zugrundeliegende Menschenverachtung drückt sich dabei nicht allein in Worten, sondern auch in Gewalttaten aus – bis hin zur Tötung von Menschen. Darauf sollte der Bundesinnenminister seine Mittel konzentrieren.

Übrigens:

Für Hinweise zum Attentäter Anis Amri, der den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz 2016 verübt hatte, bei dem 13 Menschen starben, wurden „nur“ 100.000 Euro ausgesetzt.

Seite 1 von 54

Präsentiert von TeBuS & Theme erstellt von Anders Norén