
In „Tipping Point 2 – Neue Geschichten von kleinen Dingen, die Großes bewirken können“ knüpft Malcom Gladwell an seine Idee an, dass kleine Auslöser enorme Veränderungen in Bewegung setzen. Er geht dabei auch kritisch mit seinen im ersten Band erschienenen Thesen um. Und so entstanden eine Reihe neuer Theorien, Geschichten und Thesen zu den seltsamen Wegen, die Verhalten und Denken in unserer Welt gehen.
Wen könnte dieses Buch interessieren? Alle die:
(a) neugierig auf die Mechanismen hinter gesellschaftlichen Veränderungen und fasziniert davon sind, wie kleine Handlungen zu bedeutenden Ergebnissen führen können
(b) im Bildungsbereich tätig sind und nach einer neuen Perspektive des Wandels suchen
(c) sich für einige der großen Probleme unserer Zeit interessieren und verstehen möchten, wie es dazu gekommen ist.
Mit diesem Buch möchte Gladwell uns zeigen, wie die Methoden aus „The Tipping Point“ (Wendepunkt) auf ruchlose Weise, zum Schlechten und zur Ausbreitung von Epidemien genutzt werden können. Sein Ziel ist es, den Einsatz dieser Methoden für gute Zwecke zu fördern und uns davor zu warnen, wie diese Methoden gegen die besseren Seiten unserer Natur eingesetzt werden können.
Viele von Gladwells Themen sind bekannt, und doch flößt er ihnen neue Energie ein. In Kapitel fünf befasst er sich mit der heiklen Frage der Diversität bei der Zulassung zur Ivy League 1. Anstatt zu untersuchen, mit welchen Mitteln Elite-Institutionen Minderheiten fernhalten, deckt er die subtilen und heimtückischen Wege auf, auf denen beispielsweise Harvard durch seine Zulassungspolitik für Sportler vorwiegend reiche, weiße Bewerber einlädt. Ein Großteil des Kapitels stützt sich auf Gerichtsprotokolle, und Gladwell hat sichtlich Freude daran, die Ausflüchte und die Heuchelei von Wissenschaftlern und Universitätsjuristen zu entlarven, die sich winden, um nicht die Prinzipien anerkennen zu müssen, die der Hochschulzulassung zugrunde liegen.
Weniger Ironie kommt in Gladwells Kapitel über Covid zum Ausdruck, das sich teilweise auf einen Artikel stützt, den er bereits 2006 über Autoabgase geschrieben hatte. Im Mittelpunkt steht der Ausbruch der Krankheit im Jahr 2020 bei der jährlichen Führungskräfte-Klausurtagung eines Biotech-Unternehmens in Boston, der Schätzungen zufolge zu mehr als 300.000 Infektionen geführt hat.
Anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Autoabgasen und Aerosolen rekonstruiert er Schritt für Schritt, was an jenem Tag geschehen sein könnte, und kommt zu dem Schluss, dass möglicherweise eine einzige Person für den Ausbruch verantwortlich war. Dies veranlasst ihn, über die wissenschaftlichen Belege nachzudenken, wonach relativ wenige Personen, sogenannte Superspreader, für den Großteil der Covid-Übertragungen verantwortlich sind: eine beunruhigende Erkenntnis, die besondere moralische und politische Dilemmata aufwirft.
Was sagt uns das Schicksal des Geparden über die Art und Weise, wie wir unsere Kinder erziehen? Warum sind Eliteuniversitäten so sportbegeistert? Malcolm Gladwell nimmt uns mit auf die Straßen von Los Angeles, um die erfolgreichsten Bankräuber der Welt zu treffen, entdeckt eine vergessene Fernsehshow aus den 1970er-Jahren wieder, die die Welt veränderte, und bietet eine alternative Geschichte zu zwei der größten Epidemien unserer Zeit: COVID und die Opioidkrise.
Mit seiner charakteristischen Mischung aus Erzählkunst und Sozialwissenschaft bietet Gladwell einen Leitfaden, um die Epidemien der modernen Welt zu verstehen. Denn wenn wir Kipppunkte verstehen, können wir geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.
[Klappentext zum Buch]
Malcom Gladwell, Tipping Point 2 – Neue Geschichten von kleinen Dingen, die Großes bewirken können
Plassen Verlag, 2025, 416 Seiten
ISBN: 978-3-68932-010-2
- eine Liga, die sich aus den meisten Sportmannschaften der acht Elitehochschulen im Nordosten der USA zusammensetzt. ↩︎



