Wie schon bei seinem letzten Album „i/o“ von 2023, gibt es seit Januar zu jedem Vollmond des Jahres einen neuen Track bei Bandcamp – wieder im „Bright-Side Mix“ oder im „Dark-Side Mix“. Es wird wieder zum Neumond den jeweils anderen Mix geben. Und es wird auch wieder jedem Song ein Kunstwerk zugeordnet.
Das neue Album hat 12 Tracks, auch wenn das Jahr 13 Vollmonde hat. Und es wird zum Jahresende ein Erscheinen des kompletten Albums auf Tonträger geben.

Im Juli erschien der Song „One by One“ und darin ist Mozo wieder auferstanden. Mozo ist ein Außenseiter, der namentlich im Song On The Air auf seinem zweiten Soloalbum Peter Gabriel (Scratch) auftauchte und dort mit seinen rebellischen Radioausstrahlungen ein Held zu sein versuchte.
I got power, I'm proud to be loud; my signal goes out clear
I want everybody to know that Mozo is here
Gabriel schrieb noch weitere Songs rundum die Lebensumstände dieser Figur und verteilte sie auf mehrere Alben. Ursprünglich war gedacht, daraus ein größeres Ganzes entstehen zu lassen, aber das Projekt wurde nach dem Album „So“ nicht mehr weitergeführt. „One by One“ ist ein neunminütiges Epos, dessen tiefgründiger Text sich langsam zur Musik aufbaut.
Mozo war ein gebrochener Mann / er lag auf seinem Land / jedes Haus, das er entworfen hatte / versank im Sand / und die Einheit stachelte ihn an / wegen seines zerbrochenen Herzens / erinnerte ihn daran, wie es war / so felsenfest am Anfang
„Ich wollte schon immer ein bisschen mehr mit Mozo machen, … und ich dachte: ‚Na gut, dann geben wir ihm hier noch eine Chance‘“, sagte Gabriel zu dem Song. „Er wurde von den Toten zurückgebracht.“
Im August ist nun „Looking for the Happy“ erschienen, es ist der neunte Song, der aus dem kommenden Peter-Gabriel-Album „o\i“ veröffentlicht wurde. Gabriel dazu:

„Ich fand es schon immer viel einfacher, traurige Lieder zu schreiben als fröhliche, und ich dachte mir: Okay, hier werde ich mich selbst herausfordern. Ich wollte den Song auf einem Groove aufbauen, der zum Tanzen verleitet – es fühlte sich an, als würde dadurch eine gewisse Freude freigesetzt. Obwohl es hier um die Suche nach Glück geht, musste der Refrain sich wie ein Fest anfühlen.
Wenn man herausfinden kann, was einen heute, im Hier und Jetzt, glücklich macht und wofür man dankbar ist, ist das meiner Meinung nach eine viel schönere Reise – ein besseres Fahrzeug, um damit zu fahren – und je älter ich werde, desto weniger versuche ich, zu meckern. In dem Song spreche ich davon, zu versuchen, mit Tieren zu kommunizieren oder eine Verbindung zur Natur herzustellen, oder unter der alten Eiche mit einer Tasse Tee zu sitzen und das zu genießen. Die einfachen Dinge – sich dem Guten zu öffnen, während wir damit beschäftigt sind, über das Schlechte zu jammern.
„Der Versuch, herauszufinden, wo man im Leben hingehört – darüber schreibe ich sehr oft. Auch sich mit zwei widersprüchlichen Gedanken gleichzeitig anzufreunden, gehört zum Älterwerden dazu – so wie Teil von allem und gleichzeitig Teil von nichts zu sein.“
„Das war einer dieser Songs, die mit einem Groove begannen, ursprünglich einem Groove mit lateinamerikanischem Flair. Der Groove ist mir immer so wichtig; wenn ich ihn nicht in meinem Körper spüre, ist alles viel schwieriger. Natürlich gibt es auch Songs, die ich schreibe, die nicht auf einem Groove basieren, aber bei diesem hat er eindeutig dazu beigetragen, den Song zu formen. Ich bin immer glücklich, wenn der Groove erst einmal in Schwung kommt – er gibt mir eine Richtung vor und macht es einfach, den Song durchzuspielen und verschiedene Ideen auszuprobieren. Dann kann ich mich jederzeit im Studio umsehen und überall glückliche Gesichter sehen, und ich denke: „Deshalb mache ich Musik.“
Ende September kommt dann der nächste Song.




