DikoWeb

Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

Neil Young attackiert Trump

Keine faschistischen Regeln“, singt Neil Young im Song „Big Crime“. „Keine faschistische Schule/Keine Soldaten auf unseren Straßen/Es gibt ein großes Verbrechen in DC im Weißen Haus … Kein Geld mehr für die Faschisten, die Milliardärs-Faschisten. Es ist Zeit, das System lahmzulegen.

Das Lied wurde erstmals während eines Konzerts im Huntington Bank Pavilion in Chicago im August 2025 gespielt. Mittlerweile wurde der Song als Single veröffentlicht. Anfang des Jahres hatte Young Bedenken geäußert, dass er nach seiner Europatour wegen seiner offenen Kritik an Trumps Einwanderungspolitik nicht mehr in die USA zurückkehren dürfe. „Wenn ich über Donald J. Trump spreche, könnte ich zu denen gehören, die bei der Rückkehr nach Amerika ausgesperrt oder ins Gefängnis gesteckt werden“, schrieb er. „Das passiert inzwischen ständig.“ 1

Einige Wochen später reagierte Young auf Trumps Angriffe gegen Taylor Swift und Bruce Springsteen: „Bruce und Tausende Musiker denken, dass Sie Amerika ruinieren. Sorgen Sie sich lieber darum als um die sterbenden Kinder in Gaza. Sie haben FEMA 2 stillgelegt, als wir es am dringendsten brauchten. Taylor Swift hat recht. Bruce auch. Sie wissen, wie ich fühle.

Ironischerweise ist Trump selbst seit Jahrzehnten Neil-Young-Fan. Schon 2008 sagte er dem ROLLING STONE: „Er hat etwas ganz Besonderes. Ich habe seine Musik jahrelang gehört. Seine Stimme ist perfekt und eindringlich. Ich habe ihn mehrfach getroffen – ein großartiger Typ.

Quelle: rollingstone.de

  1. Neil Young hat überraschend die für Juni und Juli geplante Europatour mit den „Chrome Hearts“ abgesagt. In einer am 06.02.2026 auf seiner Website erschienenen Mitteilung schreibt der Musiker:

    „Ich habe beschlossen, eine Pause einzulegen und werde dieses Mal nicht durch Europa touren. Vielen Dank an alle, die Tickets gekauft haben. Es tut mir leid, euch zu enttäuschen, aber jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Ich liebe es, LIVE zu spielen und mit euch und Chrome Hearts zusammen zu sein. Liebe Grüße, Neil“ ↩︎
  2. Die Federal Emergency Management Agency (FEMA; deutsch Bundesagentur für Katastrophenschutz) ist die nationale Koordinationsstelle der Vereinigten Staaten für Katastrophenhilfe und ist dem United States Department of Homeland Security unterstellt. ↩︎

Hauptstadt der Schmerzen

So lautet der Titel einer Gedichtsammlung des französischen Lyrikers Paul Éluard, die 1926 erschienen ist. Seine Gedichte sind geprägt von surrealistischen Bildern, Emotionen und Reflexionen über Liebe und Leiden. Éluard kombiniert persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher und politischer Kritik.

100 Jahre später veröffentlicht der in den 80er Jahren in Berlin zugereiste Hesse Ottmar Seum unter dem bescheuerten Künstlernamen Otto von Bismarck (genau: der Sozialistenhasser) sein zweites Album mit gleichem Titel wie der Gedichtband von Paul Éluard.

Otto von Bismarck durchstreift Berlin als teilnehmender Beobachter. Er ist kein Tourist, er ist Teil der Stadt. Wenn er durch die Straßen zieht, ob zu Fuß mit dem Rad oder der Bahn, saugt er die Geschichten rund um sich auf wie ein Schwamm.

Sobald ich ’n paar Schritte gehe, sobald ich ’n bisschen mit dem Fahrrad losfahre, in der Bahn sitze, sofort sprudelt die Quelle, ja, sofort kommen die Ideen und so weiter. Dann ist nur das Problem, wie kann ich die festhalten? Deshalb sieht man mich oft in der Stadt, wie ich die ganze Zeit irgendwelche Sätze vor mich hin murmele oder rufe oder singe, damit ich sie nicht vergesse.

Nach seiner Zeit mit der Band Space Cowboys begann er schließlich seinen Blick auf die Stadt auch in Solostücken festzuhalten. Die neue Platte enthält nicht nur aktuelle Stücke. So ist der Song, „Bis wir uns wiedersehen“ bereits fünfzehn Jahre alt. Vor zehn Jahren hat Otto von Bismarck ihn zum ersten Mal mit Freunden aufgenommen. Erst jetzt hat er ihn auf seinem zweiten Soloalbum „Hauptstadt der Schmerzen“ veröffentlicht.

Die Texte stellen gewissermaßen eine Berlin-Chronik aus Sicht eines Flaneurs dar, der sich selbst nicht ausschließt, der aber teilweise das Gesehene zu überspitzten Anekdoten zusammenfasst.

Das kann noch so stark auf mich gewirkt haben und stattgefunden haben. In dem Moment, wo ich irgendwie anfange zu formulieren oder gar zu reimen, ist es schon Fiction. Weil die Wirklichkeit kriegst du nicht zu fassen.

Die nach Pisse stinkende Schönleinstraße an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln, keine besonderen Vorkommnisse im Wedding, Party, Schlägereien, die BVG, die geliebte Eckkneipe, Sommer im Grunewald – all das sind Themen in seinen Liedern, die teils im Sprechgesang daherkommen.

Es ist zwar kein politisches Statement, wie es Paul Éluard in seinem Werk abgegeben hat, ein interessantes Album ist es aber allemal.

Zitate stammen aus einem Beitrag in radioeins.

WIEDERENTDECKT

GIL SCOTT-HERON
The Revolution Will Not Be Televised (reissue, 1974)

Diese Veröffentlichung aus dem Jahr 1974 enthält Höhepunkte aus Gil’s ersten drei Alben beim Label Flying Dutchman. Tracks aus seinem von den Last Poets inspirierten Debütalbum von 1970 – wie das amüsant sarkastische „Whitey On The Moon” und die scharfe Attacke auf Nixons Justizminister John Mitchell, „No Knock“ – sind mit Titeln gemischt, die nur wenige Jahre später aufgenommen wurden und fast von einem völlig anderen Künstler stammen könnten: dem intensiven, gefühlvollen „Get Out Of The Ghetto Blues“ oder den überraschend zarten Balladen „Did You Hear What They Said?“ und „Pieces Of A Man“.

Diese Neuauflage enthält wieder das schöne Gatefold-Cover der Original-LP, aber vor allem auch zwei Säulen von Gil’s Musik – den von Fender Rhodes angeführten Funk von „Lady Day And John Coltrane“ und den wunderbar militanten Groove des Titelsongs, der immer aufregend zeitgemäß klingen wird.

Krimineller schützt Kriminellen

Zur Erinnerung: Anstatt die Epstein-Akten zu veröffentlichen, ließ Donald Trump George Santos frei. Kriminelle schützen Kriminelle.

Jim McGovern (James Patrick „Jim“ McGovern ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei.)

Hintergrund:

Trump ordnet Strafmilderung an
Betrüger Santos kommt vorzeitig aus dem Gefängnis frei

Der frühere republikanische Abgeordnete Santos trat im Juli eine mehr als siebenjährige Haftstrafe wegen Betrugs an. Diese ist nun schon wieder vorbei. Nach einer Strafmilderung durch US-Präsident Trump kam er nun frei.

Der wegen Betrugs und Identitätsdiebstahls zu sieben Jahren Haft verurteilte ehemalige republikanische Abgeordnete George Santos ist nach einer Strafmilderung durch US-Präsident Donald Trump aus dem Gefängnis entlassen worden. Santos habe die Strafanstalt in New Jersey verlassen und sei „auf dem Weg nach Hause“, teilte sein Anwalt Joseph Murray mit. 

Trump: „Viel Glück, George“

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt: „George Santos war so etwas wie ein ‚Schurke‘, aber es gibt viele Schurken in unserem Land, die nicht gezwungen sind, sieben Jahre im Gefängnis zu verbringen.“ Er schrieb zudem: Santos habe lange Zeit in Einzelhaft verbracht und sei „allem Anschein nach furchtbar misshandelt“ worden. Er habe „eine Strafmilderung unterzeichnet, mit der George Santos sofort aus dem Gefängnis entlassen wird“. Am Ende fügte Trump an: „Viel Glück, George – ein großartiges Leben wünsche ich dir!“

Quelle: Tagesschau

Muss niemand mehr kommentieren…

„Werden Sie eine Entschädigung zahlen?“ „Ich bin bereits dabei.“

Quelle: Nick Anderson (Politischer Karikaturist)

Zitat

Längst ist es uns gelungen, ins Weltall zu düsen, aber leider immer noch nicht, personifizierte Bildschirmstörungen wie Markus Lanz auf den Mond zu schießen.

Lüc Bürgin, Neues aus Absurdistan. Sind wir noch zu retten? Rottenburg 2020, S. 14.

American Idiot

Don’t wanna be an American idiot
One nation controlled by the media
Information age of hysteria
It’s calling out to idiot America

Ich will kein amerikanischer Idiot sein
Eine Nation, kontrolliert von den Medien
Informationszeitalter der Hysterie
Es ruft das idiotische Amerika

aus: Green Day, American Idiot (2004)

Seite 1 von 54

Präsentiert von TeBuS & Theme erstellt von Anders Norén