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Lüc Bürgin, Neues aus Absurdistan. Sind wir noch zu retten? Rottenburg 2020, S. 14. |


Don’t wanna be an American idiot
One nation controlled by the media
Information age of hysteria
It’s calling out to idiot AmericaIch will kein amerikanischer Idiot sein
Eine Nation, kontrolliert von den Medien
Informationszeitalter der Hysterie
Es ruft das idiotische Amerikaaus: Green Day, American Idiot (2004)
Coheed and Cambria – Goodbye Sunshine
Rosalia – Berghain
Anda Morts – Fascho
Julia Effekt – Die Messe
Die Sterne – Wenn es Liebe ist
Six Going On Seven – Jack Jones
Snocaps – Coast
Young Friend – I Like Girls
The Beths – Straight Line Was a Lie
A Thousand Allies – Özlenilmiş Çaresizlik
Twenty One Pilots – Garbage
Maria Muldaur – Don’t Love No Married Man
Matthew Curry – Born Behind The Wheel
Bruce Wojick & The Struggle – The Hard Way
Andy Frasco & The U.N. – Ugly On You
Wie Bundesinnenminister Dobrindt heute (am internationalen Holocaust-Gedenktag!) erklärte, will er den Linksextremismus stärker ins Visier nehmen – dafür werde man nun „alle Register“ ziehen. Aha, das Problem sind nicht die seit Jahren erstarkten faschistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft, sondern eine kleine „linke“ Gruppierung.
Ich will den Anschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in Berlin und den damit verbundenen Folgen für mehr als 100.000 Menschen in keinster Weise gut heißen. Es ist aber schon erstaunlich, zu welchen (finanziellen) Mitteln Dobrindt plötzlich fähig ist.
Wer dem Bundeskriminalamt (BKA) entscheidende Informationen zur Aufklärung des Brandanschlags auf die Berliner Stromversorgung Anfang Januar liefert, kann mit einer Belohnung von bis zu einer Million Euro rechnen. Diese hohe Summe solle „die Bevölkerung zur Mitwirkung animieren“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Berlin. „Ich finde es angemessen, dass man mit einer Belohnung in dieser Größenordnung deutlich macht, wie ernsthaft die Lage ist“, fügte der Politiker der konservativen CSU hinzu. [Quelle]
Hat man dieses schon mal in Bezug auf rechtsextremistische Attentäter erlebt? Anscheinend ist die rechtsextremistische Lage im Land nicht ernsthaft genug.
Ich würde mir wünschen, Dobrindt würde seine Energie in den Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus legen, denn sie sind es, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land bedrohen. Die dieser faschistischen Ideologie zugrundeliegende Menschenverachtung drückt sich dabei nicht allein in Worten, sondern auch in Gewalttaten aus – bis hin zur Tötung von Menschen. Darauf sollte der Bundesinnenminister seine Mittel konzentrieren.
Übrigens:
Für Hinweise zum Attentäter Anis Amri, der den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz 2016 verübt hatte, bei dem 13 Menschen starben, wurden „nur“ 100.000 Euro ausgesetzt.

Im Sommer 1966 veröffentlichte eine Band aus Texas namens The 13th Floor Elevators ein Album mit dem Titel The Psychedelic Sounds of the 13th Floor Elevators. Der Titel verdeutlichte eine sich formierende Bewegung künstlerischer Experimente, zu der auch Platten wie „Tomorrow Never Knows” von den Beatles, „Good Vibrations” von den Beach Boys und „Eight Miles High” von den Byrds gehörten. Solche ungewöhnlichen Songs und Sounds wurden mit der Psychedelic-Kultur der späten 1960er Jahre in Verbindung gebracht, die durch den Konsum halluzinogener Drogen und eine Verbindung zum südasiatischen Mystizismus und zur südasiatischen Musik geprägt waren.
Diese musikalischen Vorstöße in unbekanntes Pop-Territorium wurden durch den allgemeinen kulturellen Umbruch der Zeit – die Durchsetzung einer gegen das Establishment gerichteten Gegenkultur – und insbesondere durch die zunehmende Verbreitung des Drogenkonsums unter Rockmusikern und ihrem Publikum sowie durch die jugendliche Suche nach einem Sinn jenseits der konventionellen Normen der westlichen Gesellschaft befeuert. Sie waren auch das Ergebnis des wachsenden künstlerischen Ehrgeizes der Rockmusiker.
Psychedelic Rock war auch als „Acid Rock” bekannt, was seine offensichtliche Verbindung zu einer bestimmten Kategorie von Drogen treffend beschreibt. Halluzinogene wie LSD und Meskalin galten als bewusstseinserweiternd und hervorrufe außergewöhnliche Sinneswahrnehmungen. Prominente LSD-Konsumenten wie die Schriftsteller Aldous Huxley und William Burroughs berichteten, dass Musik ihren Trip verstärkte und ihnen half, sich nach dem Abklingen der Droge an die Erfahrung zu erinnern. Tatsächlich kann jede Musik den Zuhörer in imaginäre Welten entführen und ein verzerrtes Zeitgefühl erzeugen, was in gewisser Weise eine psychedelische Erfahrung ist.
Eine der Gruppen, die das Genre mitgeprägt hat, war Jefferson Airplane.

Jefferson Airplane machte die Rockszene von San Francisco international bekannt, zu der auch die Grateful Dead, Big Brother and the Holding Company (mit Janis Joplin) und Quicksilver Messenger Service gehörten. Mit einer florierenden Hippie-Bewegung, einer bohemischen Künstlertradition, zu der auch die Beat-Dichter und -Romanautoren gehörten, reichlich Drogen und unzähligen Bands, die den Soundtrack lieferten, war San Francisco das Epizentrum der psychedelischen Kultur.
Jefferson Airplane war die erste psychedelische Band aus San Francisco, die die Popcharts erreichte. Sie waren frühe Headliner bei Bill Grahams legendären Fillmore Auditorium-Konzerten und standen auf der Titelseite der ersten Ausgabe des Rolling Stone. Kurz gesagt, sie führten den Vormarsch der Gegenkultur von San Francisco in den Pop-Mainstream an.

Als die Gruppe 1967 ihr Hit-Album Surrealistic Pillow veröffentlichte, bestand sie aus sechs Mitgliedern: Grace Slick, Paul Kantner, Marty Balin, Jorma Kaukonen, Jack Casady und Spencer Dryden. Die Band vereinte eine Vielzahl von Talenten und Sensibilitäten und verschmolz musikalische Stile und kulturelle Ideologien. Wie Jann Wenner, Herausgeber und Verleger des Rolling Stone, schrieb: „Sie waren sowohl Architekten als auch Botschafter des psychedelischen Zeitalters, einer Befreiung von Geist und Körper, die die amerikanische Kunst, Politik und Spiritualität tiefgreifend veränderte. … Zusammen waren sie unschlagbar.“
„White Rabbit“ ist eine von zwei Hit-Singles, die auf Surrealistic Pillow erscheinen (zusammen mit „Somebody to Love“). Der Text des Songs erinnert mit seinen surrealistischen Bildern an Lewis Carrolls Alice im Wunderland und passt damit zum psychedelischen Charakter des Albumtitels. Grace Slick, die den Song geschrieben hat, sagte, sie wolle die Heuchelei der älteren Generation anprangern, die psychedelische Drogen kritisierte, obwohl sie selbst „die ursprünglichen Experimentatoren mit den Höhen, Tiefen und Seitwärtsbewegungen waren, die von den „legalen“ Drogendealern erzeugt wurden“.
Sie verwendete Bilder aus Alice im Wunderland, weil dessen Popularität als Kinderklassiker das verkörperte, was Slick als eine gemischte Botschaft ansah. Sie wollte „unsere Eltern daran erinnern, dass sie es waren, die uns all diese ‚Spaß mit Chemikalien‘-Kinderbücher vorgelesen haben, als wir klein waren.“ Alice „ist die größte Drogenabhängige von allen. . . Das Mädchen ist während des gesamten Buches völlig zugedröhnt.“
Übersetzung aus: Albin J. Zak, Rock on Record, State University of New York Press, Albany 2022

