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Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

Blues, Schmus, Apfelmus

nein, kein Scherzspruch! So heißt ein Bluesfestival, das vom 21. – 23.08.26 bereits zum 31. Mal im Schloßpark Laubach stattfand.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich jetzt das erste Mal dabei war. Und es war großartig! Tolles Ambiente, super Organisation und wundervolle Blueskünstler*innen – mit einigen (unerwarteten) Höhepunkten. Dazu zählten für mich:

Highlight am Samstag war für mich die Band Evil MaMa aus Krumbach mit der umwerfenden Sängerin Alexandra Jörg, dem Supergitarristen „Konsti“ Konstantin Saloustros, Drummer Seren und Bassist Christoph. Unglaublich was der Konsti aus seinen 5 Gitarren alles herausgezaubert hat, dabei ist er gerade 17 Jahre (Jahrgang 2009) und bereits 2-facher Landes- und Bundespreisträger bei Jugend Musiziert.

Ein Blues-Festival, das absolut zu empfehlen ist – nicht nur wegen der super Eintrittspreise.

Hier gibt es einige akustische Impressionen vom Festival:

Muddy What?

Dede Priest & Johnny Clark’s Outlaws

Elise Frank Band

Jim Kahr & Band

Leider kein Video vom Laubach Festival, dafür aber eines aus Augsburg vom Mai 2026, weniger Konsti, mehr Alexandra Jörg:

Evil Mama – I‘d rather go blind – Live at Bombig, Augsburg

The 32/20 Blues Band

Playlist 08-2026

ArtistSongAlbum
Inga RumpfIndian Rope ManBest Of All My Years (1997)
Pinkie RideauBlues BinFrom The Wreckage (2026)
Lee SmallNeon HeartbeatThe Last Man On Earth (2023)
Damage ControlAliceRaw (2009)
Francis RossiSomething in the Air (Stormy Weather)The Accidental (2026)
The ClockworksWork In ProgressThe Entertainment (2026)
The Rolling StonesIn The StarsForeign Tongues (2026)
Deep PurpleJessica’s BraSplat (2026)
Ludwig HartBoys Gone WildStay Young (2024)
SemisonicClosing TimeThe Millennium Collection (2003)
BlumfeldDie Diktatur der AngepasstenNackter als nackt (Live in Berlin 2007) (2026)
Jupiter JonesPaul McCartney stirbtIch trag den Sarg, Du trägst was Buntes (2026)
Andreas Diehlmann BandCold Wind On A Dark Black NightCold Wind On A Dark Black Night (2026)

wiederHÖREN

GIL SCOTT-HERON
The Revolution Will Not Be Televised (Reissue 1974)

Diese Veröffentlichung aus dem Jahr 1974 enthält Höhepunkte aus Gil’s ersten drei Alben beim Label Flying Dutchman. Tracks aus seinem von den Last Poets inspirierten Debütalbum von 1970 – wie das sarkastische „Whitey On The Moon” und die scharfe Attacke auf Nixons Justizminister John Mitchell, „No Knock“ – sind mit Titeln gemischt, die nur wenige Jahre später aufgenommen wurden und fast von einem völlig anderen Künstler stammen könnten: dem intensiven, gefühlvollen „Get Out Of The Ghetto Blues“ oder den überraschend zarten Balladen „Did You Hear What They Said?“ und „Pieces Of A Man“.

Diese Neuauflage enthält wieder das schöne Cover der Original-LP, aber vor allem auch zwei Säulen von Gil’s Musik – den von Fender Rhodes angeführten Funk von „Lady Day And John Coltrane“ und den wunderbaren Groove des Titelsongs, der immer aufregend zeitgemäß klingen wird.

Unbedingt lesen!

Wolfgang Schorlau, den Namen kannte ich bisher nur durch die Verfilmung von drei seiner Bücher mit der Titelfigur Dengler, einem ehemaligen BKA-Zielfahnder, der jetzt als Privatdetektiv arbeitet. 1

Ich war gespannt, wie sich die literarischen Vorlagen lesen lassen. 2 Und so begann ich mit dem ersten Band „Die blaue Liste“ und arbeitete mich immer weiter vor, bis zum fünften Fall „Das München-Komplott“, ein Buch, das mich „fesselte“ und sprachlos zugleich machte.

Den Hintergrund liefert der verheerende Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980, bei dem 13 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt wurden. Ich habe mich erst durch dieses Buch näher damit befasst, für mich war das Attentat in Vergessenheit geraten. Für die ermittelnden Behörden war damals schon nach wenigen Tagen klar: Der bei dem Attentat ums Leben gekommene Gundolf Köhler hat die Bombe in einem Papierkorb versteckt und gezündet. Alle Indizien, die einer Einzeltäterthese widersprachen, wurden ignoriert, ebenso wie der neonazistische Hintergrund. Und so ist eine vollständige und umfassende Aufklärung bis heute noch nicht erfolgt.

Man kann es zwar nicht glauben, aber die Basis des Buches ist nicht Fiktion sondern Realität. Das wahre Ausmaß der Verstrickungen von LKA und Geheimdiensten ist wirklich schockierend. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass so etwas in unserer Zeit wirklich möglich ist. Nach dieser Lektüre und den zugrundeliegenden Quellen sieht das jedoch anders aus. 3

Wolfgang Schorlau hat einen politischen Krimi geschrieben, der die Machenschaften von Geheimdiensten aufdeckt und uns vor Augen führt, wie wenig wir von unseren und anderen staatlichen „Aktionen“ wirklich wissen.

Sowohl die Verstrickung staatlicher Organe in das Attentat als auch die Verhinderung einer vollständigen Aufklärung der damaligen Geschehnisse scheinen beileibe keine pure Fiktion zu sein. Dieser Eindruck wird durch das im Anhang des Buches abgedruckte „Field Manual 30-31“ des US-amerikanischen Geheimdienstes sowie das ausgesprochen informative Nachwort des Autors noch unterstrichen.

aida-Archiv

Dieses Buch ist gewissermaßen eine Pflichtlektüre (nicht nur) für Fans intelligenter Krimis mit zeitgeschichtlichem Hintergrund.

Wolfgang Schorlau (2009): Das München-Komplott. KiWi Paperback 1114, 336 Seiten, ISBN 978-3-462-04132-3

Anmerkungen:

  1. z.B. Dengler – Die letzte Flucht (in dem es um die Machenschaften der Pharmaindustrie geht) ↩︎
  2. Bisher sind 11 Bände erschienen. Dengler’s 12. Fall „Das kalte Werk“ erscheint im November 2026. ↩︎
  3. z.B. Daniele Ganser: Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung, Neuauflage 2022 (Dokumente belegen, dass die von den USA angeführte Militärallianz nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Ländern Westeuropas geheime Armeen aufgebaut hat, welche von den Geheimdiensten CIA und MI6 trainiert wurden. Ihr Ziel: im Falle einer sowjetischen Invasion als Guerilla zu kämpfen, um die besetzten Länder wieder zu befreien. Doch dabei ist es nicht geblieben. Gezielt wurden Attentate gegen die eigene Bevölkerung ausgeführt, um Unsicherheit zu erzeugen und den Ruf nach einem starken Staat zu unterstützen. ↩︎

Sinclair Lewis: Das ist bei uns nicht möglich (Roman)

1935 in den USA ein aufsehenerregender Bestseller, heute wieder eine Sensation und aktuell wie selten zuvor. Es ist eine mahnende Geschichte über den Aufstieg des Faschismus in den Vereinigten Staaten.

Sinclair Lewis wusste durch seine Frau Dorothy Thompson, Auslandskorrespondentin in Berlin, über den Aufstieg der Nazis Bescheid. In den USA beobachtete er, wie die Populisten nach Wirtschaftskrise und Sozialreformen des New Deal immer weiter an Einfluss gewannen. Der radikale Senator Huey Long versuchte Präsident Roosevelt aus dem Amt zu drängen, bevor Long 1935 einem Attentat zum Opfer fiel. Lewis diente er als Vorbild für den fanatischen Verführer Buzz Windrip in seinem Roman.

Buzz Windrip, für seine Gegner ein „ungebildeter Lügner mit idiotischer Weltanschauung“ und ein gefährlicher Populist, will Präsidentschaftskandidat werden. Er gibt vor, sich für die kleinen Leute einzusetzen, und verspricht, „aus Amerika wieder ein stolzes Land zu machen“. Trotz völlig unglaubwürdiger Versprechen laufen ihm die Wähler zu, und er zieht ins Weiße Haus ein. Sogleich regiert er wie ein absolutistischer Herrscher, beschneidet die Freiheiten der Minderheiten, legt sich mit Mexiko an und lässt seine Kritiker rabiat verfolgen. Einer davon ist der liberale Zeitungsherausgeber Doremus Jessup, der sich nicht mundtot machen lassen will.

Sinclair Lewis’ Roman aus dem Jahr 1935 führt einen Antihelden vor, der mit seinen Hetzreden die Begeisterung unzufriedener Wähler entfacht. Durch seine Lügen und eine Rhetorik des Populismus und der Ressentiments wird er Präsident der Vereinigten Staaten. Das klingt vertraut, oder?

Lewis‘ Roman bekommt „eine neue Aktualität, weil es so prophetisch wirkt: der Gauner mit dem aufwendigen Namen Berzelius Windrip, der seinen Wählern Lohn und Brot verspricht, Einkommensbeschränkungen für Reiche, aber eine Prämie von fünftausend Dollar für jeden Mitmacher, dieser politische Gauner liest sich heute wie eine Vorahnung des gnadenlosen Populisten Donald Trump. […] So schlecht Vorhersagen von Journalisten und Schriftstellern sonst sind, hier ist dem kleinen Meister Lewis ein großes visionäres Irrsinnsgemälde voller Wahrhaftigkeit gelungen. (Willi Winkler in der SZ)

„Eine unheimliche Vorwegnahme der aktuellen Ereignisse.“ The Guardian
„Ein Populist im Weißen Haus? Literaturnobelpreisträger Sinclair Lewis hat es vor 80 Jahren durchgespielt.“ DIE ZEIT
„Sinclair Lewis ist wieder aktuell.“ der Freitag
„Ein Meister des absoluten Realismus.“ Bob Dylan

422 Seiten, Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin
in der Übersetzung von Hans Meisel, mit einem Nachwort von Jan Brandt.

Kennt Ihr (noch)… Brand X?

Brand X war eine britische Jazz-Fusion-Band, die 1974 in London gegründet wurde. Sie waren bis 1980 aktiv, gefolgt von einer Reformation zwischen 1992 und 1999, und waren nach einer Reunion 2016 bis 2021 aktiv. Zu den Mitgliedern gehörten John Goodsall (Gitarre), Percy Jones (Bass), Robin Lumley (Keyboards) und Phil Collins [genau der!] (Schlagzeug). Jones war das einzige konstante Mitglied während des gesamten Bestehens der Band bis Oktober 2020, als er die Band verließ.

Das Debütalbum Unorthodox Behaviour wurde zwischen September und Oktober 1975 aufgenommen. Ende 1975 gaben Brand X ihr Debüt bei mehreren Konzerten in und um London. Für die Auftritte holten sie sich den ehemaligen Yes- und King Crimson-Schlagzeuger Bill Bruford als zusätzlichen Perkussionisten ins Boot.

Nach den Aufnahmen für das zweite Album Moroccan Roll nahm Collins eine Auszeit von Brand X für die Wind & Wuthering Tour von Genesis. Im April 1978 war Lumley nach Collins das zweite Kernmitglied von Brand X, das sich aus der Band zurückzog, um sich stattdessen mehr auf seine Arbeit als Plattenproduzent zu konzentrieren.

Brand X – Sun In The Night

Im April 1979 nahmen Brand X in zwei Besetzungen auf – die erste mit Goodsall, Jones, Robinson und Clark; die zweite mit Goodsall, dem Bassisten John Giblin, Lumley und Collins. Das Material wurde 1979 als Product, 1980 als Do They Hurt? und 1982 als Is There Anything About? veröffentlicht.

Nach den Aufnahmen der drei Alben ging Brand X in der Besetzung Goodsall, Jones, Lumley, Robinson und Collins auf Tournee. Nach diesen Terminen hörte die Gruppe auf, zusammenzuarbeiten und begann, sich auf andere Projekte zu konzentrieren, obwohl sie sich nie offiziell auflöste.

1992 reformierten Goodsall und Jones Brand X mit dem neuen Schlagzeuger Frank Katz, veröffentlichten das Album X-Communication und kehrten im Dezember zu Live-Auftritten zurück. Sie blieben bis Februar 1996 ein Trio, als sie Manifest Destiny mit dem neuen Keyboarder Marc Wagnon und anderen Mitwirkenden aufnahmen. Für die anschließende Tournee wurde Katz aufgrund von Problemen mit seinem Reisepass durch Pierre Moerlen ersetzt, während Kris Sjobring Wagnon ablöste. Nach einer letzten Tournee im Jahr 1999 löste sich die Band ein zweites Mal auf.

Siebzehn Jahre später, im Sommer 2016, reformierten Goodsall und Jones Brand X ein drittes Mal. Gründungsmitglied John Goodsall starb am 11. November 2021. Nach Goodsalls Tod bestätigten die beiden Gründungsmitglieder Lumley und Jones am 14. November 2021 die Auflösung von Brand X. Robin Lumley starb am 9. März 2023.

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