Nicht nur die Einwohner von Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota hatten die Nase voll von den Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE, die die Stadt seit Wochen durch ihr brutales Vorgehen in Angst und Schrecken versetzten. Zwar wurden sie vor Kurzem abgezogen, der Zorn der Einwohner besteht aber weiterhin.
Auch Musiker erheben ihre Stimme gegen ICE und die Regierung von US-Präsident Donald Trump, die die Einsätze angeordnet hat. Mit „Streets of Minneapolis“ widmet Sänger Bruce Springsteen den Einwohnern der Stadt eine Protesthymne, die vielen aus dem Herzen sprechen wird.
Auf Youtube knackte der Song innerhalb weniger Stunden schon die Eine-Million-Aufrufe-Marke. Einen Tag später legte der „Boss“ mit einem überarbeiteten Video nach, das neben den Lyrics und dem Musiker selbst auch Szenen aus Minneapolis enthält.
Zur kurzfristigen Entstehung des Songs schrieb Springsteen am Mittwoch auf seiner Website und Instagram:
Ich habe diesen Song am Samstag geschrieben, ihn gestern aufgenommen und heute als Reaktion auf den staatlichen Terror, von dem Minneapolis heimgesucht wird, für euch veröffentlicht. Er ist den Menschen von Minneapolis, unseren unschuldigen Nachbarn mit Migrationshintergrund und dem Andenken an Alex Pretti und Renée Good gewidmet.
In „Streets of Minneapolis“ prangert der Musiker die Zustände dort an, die durch die ICE-Beamten entstanden sind. Eine „Stadt in Flammen“ kämpfe „gegen Feuer und Eis“ (englisch: „ice“), unter den „Stiefeln der Besatzer“. Von „König Trumps Privatarmee“ ist die Rede, „die auf unseren Rechten herumtrampelt“. Auch die beiden von ICE-Beamten getöteten Einwohner Alex Pretti und Renée Good werden im Song namentlich erwähnt.
Through the winter’s ice and cold
Down Nicollet Avenue
A city aflame fought fire and ice
‘Neath an occupier’s boots
King Trump’s private army from the DHS
Guns belted to their coats
Came to Minneapolis to enforce the law
Or so their story goes
Against smoke and rubber bullets
By the dawn’s early light
Citizens stood for justice
Their voices ringing through the night
And there were bloody footprints
Where mercy should have stood
And two dead left to die on snow-filled streets
Alex Pretti and Renee Good
Oh our Minneapolis, I hear your voice
Singing through the bloody mist
We’ll take our stand for this land
And the stranger in our midst
Here in our home they killed and roamed
In the winter of ’26
We’ll remember the names of those who died
On the streets of Minneapolis
Trump’s federal thugs beat up on
His face and his chest
Then we heard the gunshots
And Alex Pretti lay in the snow, dead
Their claim was self defense, sir
Just don’t believe your eyes
It’s our blood and bones
And these whistles and phones
Against Miller and Noem’s dirty lies
Oh our Minneapolis, I hear your voice
Crying through the bloody mist
We’ll remember the names of those who died
On the streets of Minneapolis
Now they say they’re here to uphold the law
But they trample on our rights
If your skin is black or brown my friend
You can be questioned or deported on sight
In chants of ICE out now
Our city’s heart and soul persists
Through broken glass and bloody tears
On the streets of Minneapolis
Oh our Minneapolis, I hear your voice
Singing through the bloody mist
Here in our home they killed and roamed
In the winter of ’26
We’ll take our stand for this land
And the stranger in our midst
We’ll remember the names of those who died
On the streets of Minneapolis
We’ll remember the names of those who died
On the streets of Minneapolis
ICE und andere US-Behörden stehen zunehmend in der Kritik, weil sie die Abschiebepolitik von US-Präsident Trump mit brutalen Razzien umsetzen. Teilweise durchlaufen die Beamten nur eine wenige Wochen andauernde Ausbildung oder sind Recherchen von Journalisten zufolge gar nicht qualifiziert für die Aufgabe.

Anfang Januar wurde die US-Bürgerin Renée Good durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet. Am vergangenen Samstag erschossen Bundesbeamte den US-Bürger Alex Pretti. Es kam zu landesweiten Demos gegen Trump, seine Abschiebepolitik und das rigorose Vorgehen seiner Behörden.
Bruce Springsteen hat Donald Trump bei einem Konzert in Manchester 2025 öffentlich kritisiert. Springsteen warf ihm vor, er verrate sein eigenes Volk. Wörtlich sagte er, sein Heimatland werde derzeit von einer „korrupten, inkompetenten und verräterischen Regierung“ geführt.
Ein Live-Mitschnitt von sechs Songs des Konzerts inklusive der Kritik an der Trump-Regierung hat Springsteen dann überraschend als Mini-Album veröffentlicht. Passenderweise unter dem Titel „Land of Hope and Dreams“ das Land der Hoffnungen und Träume.
Das ließ der US-Präsident nicht auf sich sitzen. Er beschimpfte dem Musiker sehr persönlich: Springsteen sei „kein talentierter Typ, sondern ein aufdringlicher, unausstehlicher Idiot“. Das waren noch die harmlosen Aussagen. Außerdem veröffentlichte Trump ein KI-Video auf X, in dem er Springsteen mit einem Golfball umnietet.
Quelle: swr 3




