Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

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Berlin besetzt

Hausbesetzungen in Berlin sind seit den 70er Jahren eng verknüpft mit den politischen und sozialen Bewegungen, Strömungen und Ereignissen einer Protest- und Widerstandskultur gegen herrschende Verhältnisse. Sie entstanden im Sog einer breiten 68er-Bewegung und wurden für viele zum Bezugspunkt ihres politischen Alltags und Selbstverständnisses.

Bild: https://berlin-besetzt.de/

Auf dem Höhepunkt der Bewegung waren 165 Häuser in Westberlin besetzt. Fast überall in der Stadt gab und gibt es besetzte Häuser oder zumindest Gebäude, die mal besetzt waren. „Insgesamt sind es 630“, sagt Toni Grabowsky, der Teil des Pappsatt-Medienkollektivs ist und es sich mit einigen Kolleg*innen zur Aufgabe gemacht hat, all diese Orte zusammenzutragen.

Quellen waren das Papiertiger-Archiv und das Umbruch-Bildarchiv, zwei Projekte, die 1980 begonnen hatten, Flugblätter und Zeitschriften beziehungsweise Fotos der Bewegung zu sammeln. Viele dieser Dokumente sind nun auf berlin-besetzt.de gelistet. Es entstand eine interaktive Karte mit vielen Infos sowie einer Chronik und der Geschichte zu den Besetzungen seit 1973. Eine beeindruckende Fleißarbeit !

Bei rund 200 Häusern wird davon ausgegangen, dass sie noch heute genutzt werden. Allerdings könne man da aber nicht sicher sein. Außerdem sei die Liste weder vollständig noch wissenschaftlich, da die Quellenlage zu dürftig sei.

Dorfverschönerung mal anders…

Foto wurde dem Beitrag aus extra 3 vom 26.08.2020 entnommen

Seit drei Jahren ist die hessische Gemeinde Jossgrund um eine Attraktion reicher – ein neuer Brunnen. Doch erst bei seiner Enthüllung erkannten die Bewohner seine wahre Pracht…

Die Idee war die Landschaft des Spessart und des Vogelsberg dort abzubilden; das sind ja die Bergländer, die unsern Main-Kinzig-Kreis sehr prägen.

Ralf Wernike, Architekt

Ich hab mir gedacht ‚Also mein lieber Herr Gesangsverein… Liegt das jetzt daran, dass ich so lange im Zölibat lebe?‚“, erzählt der Pfarrer lachend. Immer mehr Schaulustige nähmen das Bauwerk seither in Augenschein. [Quelle]

Eins steht fest: Beim Brunnenbau hat Jossgrund die Latte hochgelegt

Buchtipp: „Eine Frage der Chemie“ von Bonnie Garmus

Im Mittelpunkt des Romans steht die hochbegabte Chemikerin Elisabeth Zott, die Ende der 1950er Jahre an einer US-amerikanischen Universität arbeitet – zu einer Zeit, in der Frauen keinerlei Chancen auf einen beruflichen Aufstieg hatten.

Sie hat eine gemeinsame Tochter Madeline mit dem Chemiker und Ruderer Calvin, der jedoch auf tragische Weise stirbt und den seine Tochter nie kennen lernt.

Nach Calvins Tod wird Elisabeth Zott aus dem Institut gedrängt, Ursache ist die konservative Auffassung ihrer männlichen Kollegen, die in der ungewollten Schwangerschaft von Zott einen Angriff auf das bigotte und konservative Wertesystem der Gesellschaft sehen. Nach ihrem Rauswurf aus dem Institut baut Elisabeth Zott ihre Küche zu einem Labor um, in dem sie nun, als alleinerziehende Mutter, weiter ihrem Forschungsschwerpunkt der Abiogenese nachgeht. Um finanziell über die Runden zu kommen, landet die alleinerziehende Elizabeth Zott bald in der TV-Show »Essen um sechs«, in der sie ihren Zuschauer*innen die chemischen Reaktionen beim Kochen erklärt. Denn für sie ist Kochen Chemie. Und Chemie bedeutet Veränderung der Zustände. Die Sendung, die vor allem von den Frauen in den USA begeistert aufgenommen wird, wird ein landesweiter Erfolg.

Bei Bonnie Garmus‘ Roman „Eine Frage der Chemie“ handelt es sich um eine sehr amüsante und lesenswerte Lektüre. Der Roman ist nicht nur historisch interessant, da er die Rolle der Frau in den 50er und 60er Jahren beschreibt, sondern er spricht auch ganz aktuelle Themen an, wie z.B. Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau, die Rolle als alleinerziehende Mutter oder Karrierechancen von Frauen.

461 Seiten

2022 | 1. Auflage
Piper Verlag
ISBN 978-3-492-07109-3

WM der Schande in Katar ist vorbei

Es bleibt zu hoffen, dass die Ausbeutung und die Menschenrechtsverletzungen in dem autokratischen Herrscher- und Unterdrückerstaat nicht in Vergessenheit geraten. 

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und die Verbandsvertreter haben sich nicht nur sportlich, sondern auch mit ihrer weichgespülten und peinlichen Protestform blamiert und vor der FIFA gekuscht.

Ob der DFB den Mut hat, dem FIFA-Präsidenten Infantino bei der nächsten Wahl die rote Karte zu zeigen, bleibt abzuwarten. Es sei nochmal daran erinnert, dass Infantino der Welt glaubhaft machen wollte, dass auf den WM-Bauplätzen lediglich 3 Menschen gestorben seien. Die katarischen WM-Organisatoren hatten in der Vergangenheit von 37 Toten gesprochen, andere Quellen, wie Amnesty International, gehen von mehr als 6.500 toten Gastarbeitern aus!

Letztlich entscheidet nicht die Moral, sondern das Geld. Und so wird der (Fussball)Sport durch geldgeile Funktionäre und milliardenschwere Eliten weiter kaputt gemacht.

Und so passt es denn auch ins Bild, dass am Ende ein verurteilter Steuerhinterzieher den WM-Pokal überreicht bekommt…

Zitat des Tages – 25.02.2020 Friedrich Merz

Dienstag, 25. Februar 2020, Berlin, Pressekonferenz von Friedrich Merz. Die Ausführungen von Merz neigen sich dem Ende entgegen. Auf die Frage eines Spiegel-Reporters, ob die Antwort Friedrich Merz „auf das Problem des Rechtsradikalismus die stärkere Thematisierung von Clankriminalität, Grenzkontrollen und so weiter“ sei, antwortete dieser: „Die Antwort ist: Ja.“ Damit enthüllt Merz unverhohlen seine Neigung am rechten Rand zu fischen. Sieht so sein „Aufbruch und Erneuerung“ aus? Einige Reaktionen darauf:

Friedrich Merz nämlich will die CDU in die Ära vor Merkel zurückführen. Die Älteren unter uns erinnern sich: Es war die Strickjacken- und Ärmelschoner-CDU. Also, nach vorn in die Vergangenheit mit Friedrich Merz. Was für ein Wahlkampfschlager! Und Achtung: Der selbsternannte CDU-Erneuerer will – wenn nötig – Grenzen schließen – auch, um Rechtsextremismus zu bekämpfen. Muss man sich mal vorstellen. Die Idee könnte von der AfD sein.

Aus dem Kommentar von Sabine Henkel, ARD-Hauptstadtstudio, am 25.02.2020 zur Pressekonferenz von Friederich Merz in Berlin.

Passend zu den Merz’schen Äußerungen das Statement von Lenz Jacobsen, Politredakteur bei ZEIT Online:

Friedrich Merz glaubt, dass man den Rechtsradikalismus am besten bekämpft, indem man ihm nachgibt. Dass man härter gegen die ausländischen Clans, gegen die Ausländer an der Grenze und in den Problemvierteln vorgehen muss, dass, kurz gesagt, mehr Härte gegen missliebige Ausländer das beste Mittel gegen Rechtsradikalismus ist. […]

„Die Antwort ist: Ja.“ Nach diesem Satz wissen wir nicht nur, dass neben der Merz’schen Steuererklärung auch die Merz’sche Strategie gegen Rechtsextremismus auf einen Bierdeckel passt. Wir wissen auch, dass ein CDU-Vorsitzender Friedrich Merz allen die Hand ausstrecken würde, die sowieso der Meinung sind, dass das Problem mit den Rechtsextremen eigentlich die Ausländer sind und die Linken.

Man möchte nicht wissen, was die Angehörigen der Opfer von Hanau fühlen, wenn sie von Merz‘ Antwort hören. Nein, man muss hoffen, dass sie davon gar nicht erst hören. Und noch mehr muss man hoffen, dass aus den Merz’schen Worten nicht bald die offizielle Linie der mächtigsten deutschen Partei wird. Es wäre eine menschliche und strategische Pleite.

Aus dem Kommentar von Lenz Jacobsen, ZEIT Online vom 25.02.2020

Zitat des Tages – 19.07.2019

Das ist der schlechteste, korrupteste und unfähigste Präsident, den wir je hatten. Es ist Zeit, ihn aus dem Amt zu jagen.

Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar zu den verbalen, rassistischen Angriffen auf sie und drei weitere dunkelhäutige Parlamentarierinnen.

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