Beiträge zur Musik und mein Senf zu anderen Dingen

Kategorie: Musik Seite 8 von 33

Television

Mit „Marquee Moon“ aus dem Jahr 1977 lieferte die New Yorker Band Television eines der großartigsten Debütalben aller Zeiten ab: eine revolutionäre, komplizierte und aufregende Fusion aus Punk, Jazz und der Beat-Poet-Lyrik von Gitarrist und Sänger Tom Verlaine. Damals ein kritischer, wenn auch nicht kommerzieller Hit, ist der Stellenwert des Albums im Laufe der Jahre noch gewachsen.

Nach der Veröffentlichung von „Marquee Moon“ kämpfte, zankte und trennte sich die Band, nahm aber dennoch zwei weitere großartige Alben auf – „Adventure“ von 1978 und das nach der Reformation entstandene „Television“ von 1992 – sowie ein bisher ungehörtes viertes, das mit der dritten Besetzung der Gruppe – Tom Verlaine, Billy Ficca, Fred Smith und Jimmy Rip – Ende Dezember 2007 in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr in einem Studio im New Yorker Stadtteil Chelsea aufgenommen wurde.

Gesang und Gitarre sollten später hinzugefügt werden. „Es könnte passieren, bevor wir alle sterben“, sagte Ficca 2013 in einem Interview über das Album, das noch in der Schwebe ist. „Es liegt sozusagen da.“

Television nach der Wiedervereinigung 1992: Smith, Ficca, Lloyd, Verlaine (von links)

Das ist es immer noch – ein faszinierendes Versprechen, das Verlaine nicht eingelöst hat. Rip gab sein Live-Debüt mit Television in jenem Sommer im Central Park und überzeugte Verlaine, mit der Band wieder ins Studio zu gehen. Die beiden arbeiteten 2008 zusammen an Overdubs „mit ProTools und einem Laptop“, sagt Rip. „Er löschte sie am nächsten Tag. Ich sagte zu ihm: Tom, mach nur einen Song fertig.“

Verlaine ging auch in Smiths Studio im Bundesstaat New York – mit demselben Ergebnis. „Tom bezahlte die Session mit seinem eigenen Geld, also war es ganz seine Entscheidung“, sagt der Bassist. „Er hatte lustige Namen für alle Songs. [Wingnut und Froggy’s Dinosaur waren laut Rip zwei seiner Favoriten.] Aber er sagte nie: ‚Ich habe den Text, lasst uns das zu Ende bringen.‘ Er mochte das Experiment.“

Television haben Persia und The Sea, ihre langlebigsten neuen Songs, nicht im Studio aufgenommen. „Sie waren nie zweimal auf die gleiche Weise“, gibt Smith zu. „Manchmal gingen wir sie in der Garderobe durch, und hoffentlich erinnerte sich jeder daran, wie Tom den Refrain dieses Mal machen wollte, ihn eingeschlossen.“ Smith erinnert sich, dass The Sea zum ersten Mal während eines Soundchecks im New Yorker Irving Plaza auftauchte: „Der Refrain hatte einen C-Akkord. Aber wann kommen wir zum Refrain? Tom platzte mitten im Takt damit heraus: ‚Lasst uns zum C gehen.‘ Wir haben es kaum mitbekommen.

„Ich glaube nicht, dass es ihn störte, Marquee Moon immer wieder zu spielen“, sagt Smith über Verlaine, “das und Persia. Er wollte, dass Persia sein nächstes Marquee Moon wird. Aber es hatte nie die Struktur, um es auf eine Platte zu bringen.“

„Tom hatte eine Vision, die nicht wirklich Rock’n’Roll war… es war eine Herausforderung, einzigartig zu sein.“ Fred Smith

Quelle: Mojo April 2025

Dave Mason und ein Hauch von Blues

Obwohl der Sänger, Songschreiber und Gitarrist Dave Mason kein Bluesmusiker im herkömmlichen Sinne war, hat sich die Musik durch sein Berufsleben gezogen. Als Mitglied von Traffic war das Genre ein Aspekt ihres vielfältigen Folk/Rock/Psychedelic-Stils. Seine Kompositionen wie „Only You Know and I Know“ (bekannt geworden durch Delaney & Bonnie) und „Feelin‘ Alright“ sind von diesen Wurzeln beeinflusst. Und jeder, der wie Mason mit Hendrix und den Stones gearbeitet hat, hat den Blues in seiner DNA.

Das Konzept einer bluesbasierten Sammlung von Mason ist also gar nicht so abwegig. Und obwohl einige dieser Tracks schon eine Weile im Umlauf sind, in einem Fall mehr als ein Jahrzehnt, die meisten mit verschiedenen Musikern, macht es Sinn, sie für diese konzeptionelle Scheibe zu sammeln und neu zu mischen.

Es schadet nie Joe Bonamassa dabei zu haben, um auch Jüngeren die Ohren zu öffnen, welche die umfangreiche Karriere des 79-jährigen Mason noch nicht kennen. Joe Bonamassa assistiert bei drei Tracks (zwei davon sind Coverversionen von Traffic-Standards) und unterstreicht damit sein Engagement, einem Künstler wie Mason zu helfen, ein größeres Publikum mit seinem 21. Album zu erreichen.

Der erste Song „Use It or Lose It“, der vor 12 Jahren aufgenommen wurde, eröffnet das Album mit einem akustischen Beginn, bevor Mason und Bonamassa in den mitsingbaren Refrain übergehen. „Das fühlt sich jetzt ziemlich gut an!“ ruft Mason aus, begleitet von einem Lachen, das sicherlich nicht geprobt wurde. Sie haben eindeutig Spaß.

Bonamassa kehrt zurück, um bei einem überarbeiteten „Dear Mr. Fantasy“ den britischen Klassiker zu unterstützen, an dem Mason ursprünglich beteiligt war. Eine überraschende Interpretation von „The Low Spark of High Heeled Boys“ (Mason hat die Traffic-Aufnahme von 1971 weder geschrieben, noch hat er mitgespielt oder gesungen) verlangsamt das Tempo, um dann zum jazzigeren Ansatz des Originals überzugehen. Die meisten werden es nicht wiedererkennen, bis Mason anfängt zu singen.

Robert Johnsons „Come On in My Kitchen“, Elmore James‘ „Dust My Blues“ und der traditionelle „Cocaine Blues“ zeigen Masons Hingabe an diese Klassiker. Obwohl niemand Albert King’s „Born Under a Bad Sign“ übertreffen wird, ist diese Interpretation mehr als gelungen und unterstreicht Masons raue Stimme. Er ist auch für das Klavier und die Bläser verantwortlich.

Auf „Fool in Love“ gibt es etwas vom Reggae beeinflussten Pop und einen Abstecher in das Instrumental „El Toro“ mit dem Saxofonisten Warren Hill, der noch mehr Würze in das Stück bringt. Der 2021 verstorbene Keyboarder Mike Finnigan (der wie Mason auch mit Hendrix spielte) ist auf dem abschließenden Pop/Blues/Gospel-Stück „Good 2 U“ zu hören. Es ist eine Hommage an diesen wenig bekannten Begleitmusiker.

Der Titel des Albums deutet an, dass es sich hier nicht um ein reines Blues-Set handelt, aber wie Steve Miller lässt auch Dave Mason diesen Sound in vieles einfließen, was er spielt. Letztlich zeugt diese bluesige Zusammenstellung von Songs eine andere, weniger bekannte Seite dieses altgedienten Musikers.

R.I.P. – Rick Derringer

Bild: Jim Summaria, www.jimsummariaphoto.com (CC BY-SA 3.0)

Am 26. Mai 2025 starb der oft unterschätzte Gitarrist, Songwriter und Produzent Rick Derringer im Alter von 77 Jahren.

Bereits mit 17 Jahren landete Derringer seinen ersten Hit: Als Sänger und Gitarrist der Band The McCoys stieg er 1965 mit Hang On Sloopy in die Charts ein – ein Song, der bis heute als Klassiker der Garage-Rock-Ära gilt. In den 70ern folgte mit Rock and Roll, Hoochie Koo sein wohl bekanntester Solo-Hit.

Ein besonders prägendes Kapitel war seine langjährige Zusammenarbeit mit Bluesrock-Ikone Johnny Winter: Von den frühen 1970er-Jahren bis in die 2000er hinein war Derringer als Gitarrist fester Bestandteil der Johnny Winter Band.

In den 1980er-Jahren wurde Derringer auch als Produzent aktiv – unter anderem für Cyndi Lauper, mit der er mehrere Alben aufnahm, darunter das Erfolgswerk True Colors. Im Popbereich wurde er zudem für seine Arbeit an Weird Al” Yankovic‘s Debütalbum mit einem Grammy ausgezeichnet. Songs wie Eat It und Who’s Fat, Parodien auf Michael Jackson-Hits, wurden weltweit bekannt.

Negativ (für mich) ist er durch seine Unterstützung für den Fat Orange Man aufgefallen.

Lust auf ein Quiz?

Genesis haben 15 Studioalben veröffentlicht. Von einem Teil der Alben siehst du hier die Cover.

Violine in der Rockmusik

Foto: Ylanite Koppens

Einige Highlights:

Dixie Dregs – Take It Off The Top (What If, 1978)
The Flock – Tired Of Waiting (The Flock, 1969)
Frank Zappa – Directly From My Heart To You (Weasels Ripped My Flesh, 1970)
It’s a Beautiful Day – Bombay Calling (It’s a Beautiful Day, 1969)
Kansas – Desperate Times (Freaks Of Nature, 1995)
Jefferson Starship – Git Fiddler (Red Octopus, 1975)
Curved Air – Vivaldi (Air Conditioning, 1970)
City – Am Fenster (Am Fenster, 1978)
Subway To Sally – Ohne Liebe (Nackt, 2006)
Dexy’s Midnight Runners – Come On Eileen (Too-Rye-Ay, 1982)
Immaculate Fools – Sad (Another’s Man‘ World, 1990)
Levellers – Hope St (Zeitgeist, 1995)

Toller Bluesrock aus der Schweiz

Fünf Alben haben sie seit 2019 veröffentlicht, ihr Bekanntheitsgrad hält sich jedoch (noch) in Grenzen. Leider muss ich sagen. Denn die Schweizer Ellis Mano Band spielt auf ihren Alben eine tolle Mischung aus Rock, Blues und Soul.

Die Ellis Mano Band wurde 2017 von Chris Ellis (Gesang) und Edis Mano (Gitarre) gegründet wurde; außerdem gehören aktuell Severin Graf (Bass), Nico Looser (Schlagzeug) und Lukas Bosshardt (Keyboard) dazu.

Es ist eine sehr eingespielte und erfahrene Band, wie ihre früheren Arbeiten und ihr neuestes Projekt „Morph“ beweisen. Die ersten öffentlichen Auftritte von „Morph“ fanden 2024 im Vorprogramm der Deutschlandtournee von Deep Purple statt, was die Bedeutung der Band unterstreicht.

Ihre Alben sind gekennzeichnet durch wuchtige und rockige Songs, die von der kräftigen Stimme von Chris Ellis ebenso getragen werden wie die Balladen, seien sie leicht und flockig oder schwer und bluesgetränkt. Den Style der Ellis Mano Band bezeichnet Gitarrist Chris Mano als „Rock’n’Soul, tief verwurzelt im Blues”. Mano ist ein „technisch tadellos, geschmackvoll und stilistisch überaus einfallsreich spielender Musiker“ (so das Fachmagazin „Gitarre & Bass“), der auch die Alben seiner Band produziert.

Sie touren hauptsächlich durch die Schweiz und Deutschland. Wer die Gelegenheit bekommt sie zu sehen, sollte es unbedingt tun.

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